Rechtsanwältin Jackwerth Rechtsanwälte

Interview & Foto: Ulrich Drees

Frau Jackwerth, erleben Sie so etwas wie einen „typischen“ Mandanten?
Den typischen Mandanten gibt es nicht. Ursprünglich waren es Mandanten 55 plus, doch Falschberatung und Betrug gehen auch an der Erbengeneration nicht vorbei. Im Zeitalter von Online-Banking und Kryptowährung nehmen vor allem virtuelle Anlagegeschäfte zu. Internationale Plattformen locken Kunden mit einfachem Zugang. Zurückholen kann man das Geld dann nur noch mit großer Mühe.
Ziehen sich Rechtsstreitigkeiten in Ihrem Fachgebiet, dem Bank- und Kapitalmarktrecht, typischerweise länger hin?
Man braucht wirklich einen langen Atem. Hinzu kommt, dass in Deutschland grundsätzlich keine Sammelklagen möglich sind. Inzwischen gibt es zwar Musterklagen – am Ende muss aber jeder Einzelne seinen konkreten Schadensbetrag für sich erstreiten, deshalb sehe ich den Nutzen kritisch. Meine über 20-jährige Tätigkeit erlaubt mir jedoch einen guten Überblick über die rechtlichen Möglichkeiten und ihre Durchsetzbarkeit; so konnte unsere Kanzlei erhebliche Teile verlorenen Geldes für unsere Mandanten zurückholen.
Reichen die juristischen Instrumente aus?
Die sind ausbaufähig. So wird aus Anlegersicht schon lange eine Beweislastumkehr gefordert, damit nicht der Anleger, sondern die andere Seite beweisen muss, dass alles richtig gelaufen ist.
Haben Sie eine Empfehlung für eine Serie oder einen Film über ihren Beruf?
Die Themen der Serie „Bad Banks“ mit Paula Beer und Désirée Nosbusch sowie der Film „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio berühren tatsächlich meine Berufspraxis – auf jeden Fall empfehle ich aber auch meine Erklärvideos auf der Kanzlei-Homepage.

www.ra-jackwerth.de