Geschäftsführerin Marten BAU GmbH

Interview: Ulrich Drees | Foto: privat

Frau Sue, Sie haben eine Ausbildung als Buchhalterin. Wie entwickelte sich Ihre Laufbahn hin zur Geschäftsführung eines Bauunternehmens?
Ich habe 1991 begonnen, in der Lohnbuchhaltung des Baugeschäfts Hermann Marten zu arbeiten. Als die Firma neun Jahre später Insolvenz anmelden musste, haben zwei weitere Mitarbeiter und ich uns zusammengetan und die Firma Marten BAU gegründet. Dort bin ich seit 2008 Geschäftsführerin.
Nach einer Insolvenz wieder neu anzufangen, war sicher keine einfache Entscheidung. Waren Sie überzeugt, dass es gelingt?
Nein, denn damals war die wirtschaftliche Situation in der Branche nicht sehr günstig. Sehr schnell war auch klar, dass es ein hartes Stück Arbeit werden würde. Aber am Ende habe ich mich auf das gute Team verlassen, zu dem neben einem Bauingenieur auch ein Maurermeister gehörte, und so haben wir es am Ende geschafft, uns erfolgreich zu etablieren.
Sie beschäftigen 15 Mitarbeiter, und die Baubranche ist sicher noch ein von Männern dominierter Bereich. Müssen Sie sich als Frau manchmal besonders anstrengen, um sich durchzusetzen?
Es ist wirklich nicht immer ganz einfach, sich als Frau Respekt zu verschaffen, aber ich glaube, dass sich mein Verhalten am Ende da nicht so sehr von dem männlicher Unternehmer und Chefs unterscheidet, die ja auch manchmal klare Ansagen machen müssen.
Wenn man als Bauunternehmerin in einer Region eigene Projekte sieht, wie fühlt man sich da?
Das ist schon ein schönes Gefühl, gerade wenn es sich um Prestigeobjekte handelt; dann erzählt man schon gern mal, dass man beteiligt war und was man gemacht hat.

www.martenbau.com