Nadine Ewald – Filialleiterin Apotheke am Theater

Ivonne Ewald-Koller – Inhaberin Fruchthaus Schwieger

Interview: Kristin Schild | Foto: Miriam Merkel Fotografie

Frau Ewald, Sie führen die Apotheke am Theater; wie haben Sie die letzten Monate im Zeichen der Pandemie erlebt?
Nadine Ewald: Mit viel Alkohol – Desinfektionsmittel für Arztpraxen, Gewerbe und Privatpersonen herzustellen, hatte oberste Priorität. Durch den Lieferengpass von Mundschutz & Co. mussten wir anfangs rationieren. Da wir zur systemrelevanten Berufsgruppe gehören, blieb uns der eigene Lagerkoller im Homeoffice zwar erspart, der emotionsgeladene Unmut einiger Kunden hingegen ging nicht immer spurlos an uns vorbei. Die meisten waren und sind aber sehr dankbar, dass wir hier die Stellung halten, nicht müde werdend, die unterschiedlichen Maskentypen und Schutzmaßnamen zu erklären, ihnen die Sorgen zu nehmen und ihnen die Medikamente auch nach Hause zu liefern. Zwischenzeitlich hat sich die Lage zwar entspannt, und es war interessant, wie Maske tragen und Abstand halten auch die Nachfrage nach anderen Mitteln z.B. gegen Erkältungen sinken ließ, aber vorbei ist diese Pandemie noch nicht. Das Virus wird uns begleiten, bis es einen verlässlichen Impfstoff gibt.
Frau Ewald-Koller, Sie haben im letzten Jahr das Fruchthaus Schwieger übernommen; wie ist das erste Jahr verlaufen? Haben Sie sich gut eingearbeitet?
Ivonne Ewald-Koller: Es war mit Abstand ein aufregendes Jahr mit Höhen und Tiefen. Ich habe mit 15 Jahren im Fruchthaus Schwieger angefangen und kann daher nach 20 Jahren Probezeit behaupten, ich sei gut eingearbeitet. Meine Mitarbeiter und ich waren, sind und bleiben ein super Team. Natürlich ist es anders, wenn man selbstständig ist, andere Dinge beschäftigen einen und Feierabend gibt es nicht. Die Corona-Krise forderte auch uns speziell. Es macht mich froh, dass ich alle 10 Mitarbeiter weiter beschäftigen kann, und ich bin dankbar, dass meine treuen Kunden den Umstand, auch mal vor der Tür warten zu müssen, tolerieren.
Wie wichtig ist Ihnen beiden eigentlich Erfolg? Spielt er in Ihrem Leben eine große Rolle?
N.E.: Ich war in der Schule schon eine Streberin. Das legt man nicht ab.
I.E.-K.: Was ich erreichen wollte, habe ich erreicht. Mit Fleiß, Eifer und Disziplin. Neue Aufgaben zu meistern, das habe ich dieses Jahr gelernt, gehört wohl zu meinen Stärken.
Was begeistert Sie besonders daran, ein Geschäft zu leiten?
I.E.-K.: Die Herausforderung, heute zu wissen, was die Kunden morgen wollen. Ich bestelle jeden Abend (auch sonntags) für den nächsten Tag frische Ware, die dann auch verkauft werden muss.
N.E.: Als Filialleiterin darf ich mich mehr entfalten und muss mehr entscheiden. Unternehmerisches Denken, Mitarbeiterführung, Aktionsplanung & Co. All die Dinge, deren man sich als normaler Angestellter nicht bewusst ist, machen diese Stellung so interessant und fordern.
Können Sie voneinander lernen?
N.E.: Ja, jeden Tag. Die eine lernt, mehr Pausen zu machen, …
I.E.-K.: … und die andere, sich zu entspannen.
Haben Sie Pläne für die Zukunft? Sowohl privat als auch beruflich?
N.E.: Wir sind aktuell sehr glücklich und wünschen uns, dass das so bleibt.
I.E.-K.: Verheiratet sind wir schon. Kinder sind kein Thema. Im Geschäft möchte ich gern mehr regionale Produkte aufnehmen, und mit meinen Mitarbeitern das Geschäft gemeinsam erfolgreich und zukunftsorientiert weiterführen; denn Unternehmenserfolg steht und fällt mit den richtigen Menschen am richtigen Ort.

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