Inhaberin, Kleintierpraxis Dr. Andrea Runge

Interview: Silke Jansen | Foto: privat

Wie läuft es denn mit den Hunderollstühlen?
Die Rollis sind uns sehr wichtig. Die Anfragen nehmen weiter zu, und wir haben es trotz verschiedener Lock-downs auf beiden Seiten des Atlantiks bislang immer geschafft, die sehr auf die individuellen Bedürfnisse der Hunde zugeschnittenen Rollis auch anzupassen – die Rollis kommen aus den USA. Wir lernen sehr engagierte Besitzer und besondere Hundepersönlichkeiten kennen und halten zu vielen weiterhin Kontakt. Das ist sehr schön, und wir sehen im Lauf der Zeit, wie oft Rollis lebensverlängernd wirken oder auch dazu beitragen, dass ein Hund wieder laufen lernt. Während man früher einen Rolli als letzte Maßnahme ansah, raten wir nun oft zum zeitnahen Einsatz, um die Rehabilitationschancen zu verbessern.
Verändern die letzten beiden Jahre Ihre Praxistätigkeit?
Auch in der Tiermedizin entwickelt sich der virtuelle Bereich sehr schnell. Neben der Online-Terminvergabe entstehen weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel Online-Sprechstunden. Teilweise werden da gerade erst rechtliche Grundlagen erarbeitet, aber wir planen schon und möchten diese spannende Entwicklung aufgreifen. Die normale Sprechstunde kann und soll das nicht ersetzen, eine gründliche Untersuchung der Tiere ist meist unerlässlich. Trotzdem ist die Online-Sprechstunde eine tolle Ergänzung, gerade weil viele unserer Patienten eine längere Anreise haben.
Was hat sich noch verändert?
Die Qualität der Online-Fortbildungen. Fast alle Kongresse und Fachtagungen finden gerade virtuell statt, man hat weltweit so viele Möglichkeiten, dass man sich oft wie ein Kind im Bonbonladen fühlt. Allerdings möchten wir zunächst unsere großen Themen Internistik, Akupunktur und Schmerztherapie weiter ausbauen.

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