Jean Wörz bezeichnet sich selbst als unruhigen Geist mit vielen Ideen und Visionen. Sie ist nicht nur Gründerin und Geschäftsführerin der Wörz GmbH, sondern veröffentlichte 2021 auch eine Biografie und entwarf eine Schmuckkollektion.

Interview: Kristin Schild | Fotos: privat

Frau Wörz, wie haben Sie das Jahr 2021 bisher erlebt?
Ich persönlich habe das Jahr 2021 als eine Art Umbruch erlebt. Viele Menschen in meiner Umgebung sind unsicher, wissen nicht, was die Zukunft bringt, und leben im Hier und Jetzt. Das hat sich auch in meinem beruflichen Alltag widergespiegelt, auch hier sind die Menschen vorsichtiger geworden.
Was meinen neuen kreativen Zweig angeht, hat mir 2021 ganz viel Zeit geboten, um zu kreieren, zu gestalten, mich zurückzunehmen und etwas Neues aufzubauen.
Sie haben dieses Jahr unter anderem eine Biografie veröffentlicht; wie kam es dazu?
Lustigerweise ist das alles aus einer Wette heraus entstanden. Oft hörte ich die Worte „bei all dem, was du schon erlebt hast, kannst du auch ein Buch schreiben“, und mein Wetteinsatz bestand schließlich darin, diese Herausforderung anzunehmen. Ich überlegte, was ich von mir erzählen könnte, denn es gibt Menschen, die wirklich etwas bewegen und deren Gesichter man kennt – meines kennt man nicht, daher nannte ich das Buch auch „Biografie eines NoBody“. Ich entschied mich dazu, den altbekannten Groschenroman mit einem Revival aufleben zu lassen und meinen Roman in drei Teilen zu veröffentlichen. Die Handlung ist sowohl autobiografisch als auch fiktiv und nicht ganz so bierernst wie in anderen Biografien. Wenn ich es geschafft habe, die Menschen mit dieser Geschichte zum Schmunzeln oder zum Kopfschütteln zu bewegen, dann habe ich eigentlich schon mein Ziel erreicht.
Ihr kreativer Output findet sich seit Kurzem auch im Schmuckdesign wieder; erzählen Sie uns etwas darüber.
Mein Unternehmen, die Wörz GmbH, arbeitet schon länger mit dem österreichischen „Atelier Bretterbauer“ zusammen. Als ich schließlich einem der Familienmitglieder eine Wohnung ausstattete, stieß ich auf eine Truhe mit einem interessanten Verschließmechanismus und stellte mir die Frage, wie klein man diesen Mechanismus wohl gestalten könnte. Der Jungmeister des Ateliers, Thomas Bretterbauer, nahm diese Herausforderung sofort an und kreierte ein Verschlusssystem, welches wir sofort patentieren ließen und auf dem wir nun eine eigene kleine Schmuckkollektion aufbauen. Unter dem Label „The Pearl“ interpretieren wir die klassische Perle provokant neu. Aus ausgewählten Steinen lassen wir Perlen bzw. Kugeln schleifen, mit denen wir Armbänder und Ketten designen, und die man mit einem einfachen System auswechseln kann.
Sie sind eine echte Allrounderin; haben Sie ein persönliches Erfolgsrezept?
Man sollte neue Ideen nicht „zerdenken“, sondern sie einfach umsetzen. Wenn man offen ist für Neues, man wirklich an einer Sache oder Idee interessiert ist und man nicht auf seinen pünktlichen Feierabend pocht, dann gehen viele Türen auf. Es gibt immer Menschen, die einem bei der Umsetzung helfen. Nimmt man diese kleinen Hürden auf sich, wird ein weiteres Zahnrad in Gang gesetzt, und dann funktioniert alles Hand in Hand.
Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?
Ich wünsche mir für das kommende Jahr, dass Newcomern und neuen Ideen viel mehr Raum gewährt wird; denn gerade in der Corona-Pandemie haben wir gelernt, dass man nicht an alten Gepflogenheiten festhalten sollte, wenn man erfolgreich ein Geschäft führen will. Ich denke, neue Ideen können die Grundlage für ein neues Miteinander sein, welches wir leider pandemiebedingt alle ein wenig verlernt haben.

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