Rechtsanwältin, Kanzlei Karen Pollok

Interview: Ulrich Drees | Foto: Lydia Boenisch (www.pink-chocolate.de)

Frau Pollok, welche Rolle spielt die Corona-Krise aktuell für Ihre Arbeit?
Aktuell berate ich meine Mandant:innen zum Beispiel in den Bereichen Kurzarbeitergeld und damit verbundenen sozialgesetzlichen Aufstockungsleistungen; dazu gehören auch die Klärung von Boni-Zahlungen, Urlaubs- und Krank­meldungen im Falle einer Quarantäne oder Covid-19-Erkrankungen sowie Fragen zum Home-Office. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes und damit verbundene Klageverfahren sind stets ein Thema. Beide Arbeitsschwerpunkte wurden sehr stark durch die Corona-Verordnungen beeinflusst.
Ist das Arbeitsrecht auf Themen wie eine Ansteckung am Arbeitsplatz oder Homeoffice vorbereitet?
Grundsätzlich gibt es schon, unabhängig von der aktuellen Pandemie, umfassende im Gesetz geregelte auf den Arbeitsschutz bezogene Pflichten der Arbeitgeber:innen, die auch in der Pandemielage Anwendung finden. Diese werden von der Corona-Arbeitsschutzverordnung ergänzt, die spezifische Maßnahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes auferlegt. Darüber hinaus ist das Thema Homeoffice durch die Pandemie in den Fokus gerückt. Ich hoffe, dass die aktuelle Entwicklung als Chance gesehen wird, hier etwas Positives in die Arbeitswelt zu integrieren. Begleitend braucht es natürlich weitere gesetzliche Anpassungen. Da bin ich sehr gespannt.
Ihre Arbeit berührt oft persönliche Bereiche – brauchen Sie eine besondere Empathie?
Mein Ansatz ist: Empathie plus Sachlich- und Fachlichkeit. Da meine Mandant:innen in erster Linie rechtliche Lösungen erwarten, ist eine gewisse professionelle Sachlichkeit häufig hilfreich, gerade in auch emotional belastenden Situationen.

www.ra-pollok.de

@rechtsanwaeltinpollok