Ob als Managerin, Abteilungsleiterin, Ärztin oder in der Forschung: Powerfrauen als Fach- und Führungskräfte sind heute keine Ausnahme mehr, sondern werden mehr und mehr zur Regel. Aber wie wird man zur erfolgreichen Powerfrau? Fünf Mitarbeiterinnen der Sparkasse Göttingen – von der dualen Studentin bis zur Direktionsleiterin – berichten von ihren Erfahrungen.

Interview: Daniel Ernst | Fotos: Sparkasse Göttingen

Was zeichnet Ihrer Meinung nach eine Powerfrau aus?
Nadine Jahn: Der Spaß am täglichen Leben. Findet man an etwas Freude – egal in welcher Hinsicht – wird man auch gut darin sein. Hierfür nehme ich meinen Sohn gerne als Vergleich: Das Fach Geschichte macht ihm in der Schule besonders viel Spaß – demnach ist das auch sein bestes Schulfach. Weitere Eigenschaften sind Ehrgeiz und ein gewisser Leistungsgedanke. Ich persönlich möchte am liebsten zu den Besten gehören. Authentizität ist genauso wichtig wie eine offene und ehrliche Kommunikation sowohl nach oben als auch nach unten.
Daniela Henkelmann: Der Duden beschreibt die Powerfrau als „tüchtige Frau voll Kraft und Stärke“. Das klingt zwar etwas angestaubt aber ich sehe durchaus Parallelen zu Eigenschaften, die auch ich für wichtig halte, zum Beispiel Herausforderungen mutig anzugehen und auch Verantwortung zu übernehmen. Das habe ich während meines gesamten Berufslebens so gemacht. Daher bin ich zum Beispiel nicht nur stellvertretende Leiterin des Private Banking, sondern auch Relationship Managerin der Sparkasse, vertrete unser Institut im Vorstand von „Haus & Grund“ und bin Mitglied im Kuratorium der Stiftung für das Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen.
Fleur Julie Chapus: Offenheit für Neues und Mut neue Herausforderungen anzugehen zeichnen meiner Meinung nach eine Powerfrau aus. Ebenso sich seiner Stärken bewusst zu sein und diese entsprechend einzusetzen. Eine Powerfrau reagiert flexibel auf das Umfeld und ist bereit von Personen, die bereits mehr Lebenserfahrung besitzen, zu lernen.
Rojbin Akdas: In meinen Augen steckt in jeder Frau eine Powerfrau. Es gibt nicht das Idealbild der einen Powerfrau. Die Kunst liegt darin, sich selbst reflektieren zu können, diszipliniert zu sein und auch mal um Unterstützung bitten zu können. Darüber hinaus möchte eine Powerfrau nicht anders behandelt werden als ein Mann. In der Sparkasse Göttingen wurde mir diese Art der Wertschätzung entgegengebracht und ich wünsche mir, dass sie in allen Berufen und Bereichen unseres Lebens wiederzufinden ist.
Susanne Bergau: Powerfrauen haben Spaß und Leidenschaft beim Gestalten, bleiben dabei aber immer sie selbst und finden ihren eigenen Weg. Ich selbst arbeite zum Beispiel gerne an der Zukunft und meinen selbstgesteckten Zielen, möchte meine Persönlichkeit immer weiterentwickeln: insofern ist die Identifikation mit meiner Sparkasse ein großer Motivator für mich. Ich bin neugierig und aufgeschlossen, daher reizt mich die ständige Veränderung in der Arbeitswelt. Ich kenne mein Warum sehr genau und bin sehr fokussiert. Und natürlich habe ich Spaß an Erfolg.
Haben Sie sich in Ihrem Berufsleben als Frau auch mal benachteiligt gefühlt?
Susanne Bergau: Nein, absolut nicht. Das wäre vielleicht anders, wenn ich einen klassischen Männerberuf gewählt hätte. Für mich ist das ein Grundproblem in dieser Frauen-Männer-Diskussion: Warum wollen Frauen plötzlich alles können? Wir sind aus meiner Sicht zum Beispiel körperlich nicht mit einem Mann zu vergleichen. Also muss ich mich als Frau auch nicht wundern, wenn ich in einem klassischen Männerberuf vielleicht eher Schwierigkeiten habe.
Nadine Jahn: Frauen wollen ja nicht besser behandelt werden, aber ich möchte definitiv auch nicht schlechter behandelt oder bezahlt werden als ein Mann, der dieselben Qualifikationen vorweisen kann. Man sollte schon manchmal noch genauer hinsehen, ob Gleichberechtigung vorliegt. Falls nicht, sollten sich Frauen ermutigt fühlen, alte Ansichten und Einstellungen aktiv zu durchbrechen. Eine Quote hilft dabei meiner Meinung nach nicht. Die Leistung soll entscheiden – aber dazu muss natürlich Chancengleichheit herrschen.
Fleur Julie Chapus: Im Berufsleben hadert man immer wieder mal mit der einen oder anderen Situation, manchmal auch bei scheinbar unbedeutenderen Kleinigkeiten. Aber Zweifeln bedeutet für mich nichts Negatives, sondern die Fähigkeit etwas zu hinterfragen, zu bewerten und am Ende sich selbst über die Situation, seine eigenen Erfahrungen und Taten bewusst zu werden. Entweder ich bestätige diese, wenn es sich um eine positive Erfahrung handelt, oder aber ich leite daraus eine Folgehandlung ab, da ich erkannt habe, dass noch Potenzial für Veränderungen oder zur Optimierung vorhanden ist – bei sich selbst oder bei dem Unternehmen, bei dem man arbeitet.
Sie alle haben sich bewusst für die Sparkasse Göttingen als Arbeitgeber entschieden, warum?
Nadine Jahn: Die Sparkasse Göttingen ermöglicht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viele Möglichkeiten der Weiterentwicklung ihrer fachlichen und persönlichen Kompetenzen. Die Weiterbildungen zum Bankfachwirt, Bankbetriebswirt und das jetzt anstehende Master Studium in Bonn sind nur ein Bruchteil der Fortbildungsmöglichkeiten, von denen ich profitieren durfte. Die Entwicklung hin zu einer Führungskraft wurde mir während eines einjährigen Mentorings ermöglicht, wobei ein enger und vertrauensvoller Austausch mit einer erfahrenen Führungskraft stattfindet. Besonders hervorheben möchte ich auch Werte, die nicht direkt zu sehen sind, wie das Vertrauen in meine Person und Leistung. Ich kam als alleinerziehende Mutter, mit einem 8-jährigen Sohn zur Sparkasse Göttingen, was nie einen Nachteil bedeutet hat.
Daniela Henkelmann: Für mich ist die Arbeit im Private Banking mehr Berufung als Beruf. Bei der Sparkasse habe ich beste Voraussetzungen vorgefunden, um dieser Berufung nachzugehen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie war dabei ein ganz wesentlicher Aspekt. Seitdem bin ich das weibliche Gesicht des Private Bankings und kann mich als kreativer und innovativer Kopf stets mit vielen Ideen einbringen und diese auch umsetzen. Ein Beispiel ist das Lady Banking: Das Lady Banking wurde von mir als Initiatorin im Jahr 2000 ins Leben gerufen und ist eine Veranstaltungsreihe des Private Bankings von Frauen für Frauen. Die Resonanz ist Jahr für Jahr gewaltig und das Ziel des Lady Bankings ist der Austausch zwischen uns Frauen auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Ebene.
Rojbin Akdas: Als Berufsstarterin bietet mir die Sparkasse nicht nur einen zukunftssicheren Arbeitsplatz, auch werden nach Beendigung des Studiums zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Fort- und Weiterbildungen waren mir bei der Berufswahl bereits zu Schulzeiten sehr wichtig. Für mich muss es immer weitergehen: Ob es interne Weiterbildungen im Haus der Sparkasse sind oder ein Masterstudiengang ebenfalls zusammen mit der Sparkasse – hier habe ich alle Möglichkeiten.
Fleur Julie Chapus: Ich strebe es an, eine Führungsposition wahrzunehmen, was mir die Sparkasse ermöglicht. Angefangen bei einer verantwortungsvollen Aufgabe in meiner Abteilung, mit dem Ziel aufzusteigen und auf mich zukommen zu lassen, welche Türen und Wege sich hierbei für mich öffnen. Zur Erfüllung dieser Vision habe ich gerade einen speziellen Masterstudiengang, mit dem Schwerpunkt Management und Führung, begonnen.
Provokant gefragt: Was fehlt manchen Frauen zu einer echten „Powerfrau“?
Daniela Henkelmann: Nicht viel. Schon in der griechischen Antike haben sich Frauen als Männer verkleidet, um Aufgaben zu übernehmen, die ihnen sonst einfach nicht zugetraut worden wären. Wir sind also schon immer Powerfrauen, wir müssen es nur zeigen. Ich bin zum Beispiel stolz auf meinen Werdegang und will als erste Mentorin für weibliche Führungskräfte in der Sparkasse Göttingen auch ein Vorbild sein.
Susanne Bergau: Genau. Im Vergleich zu Männern fehlt vielen Frauen einfach der Mut! Der Mut, den Mund auf zu machen und zum Beispiel zu sagen, welchen Job sie gerne haben wollen oder ein Jobangebot einfach mit Begeisterung anzunehmen, auch wenn sie noch nicht alle Fähigkeiten dazu per heute besitzen. Es wird kein Prinz vorbeikommen und uns nach unseren Wünschen fragen.

Susanne Bergau
Leiterin Direktion Personal

Daniela Henkelmann
Stellvertretende Abteilungsleiterin Private Banking

Nadine Jahn
Gruppenleiterin Hauptfiliale Groner-Tor-Straße

Fleur Julie Chapus
Referentin Direktion Firmenkunden

Rojbin Akdas
duale Studentin an der PFH Göttingen

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