Filialleiterin, Apotheke am Theater | Inhaberin, Fruchthaus Schwieger

Interview: Kristin Schild | Foto: Miriam Merkel Fotografie

Frau Ewald, wie haben Sie als Apothekerin das letzte Jahr im Zeichen der Pandemie erlebt?
Nadine Ewald: Maskiert! Nachdem die ersten Monate der Pandemie stark von der Herstellung von Desinfektionsmitteln geprägt waren, dreht sich seit Ende 2020 alles um Masken. Besorgung echter geprüfter und zertifizierter Masken, die Verteilung der Gratismasken an vulnerable Gruppen, die Recherche nach verlässlichem Mundschutz auch für Kinder oder verschiedene Maskenmodelle für Brillen- oder Bartträger krempelte den normalen Apothekenalltag um. Zwischenzeitlich hatte ich mehr Masken als Medikamente im Lager. Mittlerweile können wir auch für heitere Abwechslung im Gesicht sorgen. Sowohl farbiger medizinischer Mundschutz als auch bunte FFP2-Masken gehören zum festen Sortiment der Apotheke.
Sie arbeiten beide in systemrelevanten Berufen; wie sind Sie privat mit der Pandemie umgegangen?
Nadine Ewald: Privat waren diese Monate anstrengend und einsam, unsere Berufe spannten uns bis zu 12 Stunden täglich ein, Homeoffice war nicht möglich. Freunde und Familie zu treffen haben wir fast auf null gesetzt und auch dann nur mit Maske oder getestet. Wer uns kennt, weiß, dass wir sonst sehr viel unterwegs sind. Unsere sozialen Kontakte bestanden nur aus Arbeit und das mit der Ungewissheit, sich trotz aller Bemühungen doch zu infizieren. Aber seit der Impfung und dem Lockdownende holen wir uns Stück für Stück unser Leben und unsere Unbeschwertheit zurück.
Wie sieht mittlerweile eigentlich so ein typischer Arbeitstag in der Apotheke aus?
Nadine Ewald: Normale Tage gibt es nicht mehr. Früher bestand ein Apothekentag hauptsächlich aus der Beratung, Betreuung und Versorgung von Kunden, Patienten und Arztpraxen mit Medikamenten, Pflege- und Medizinprodukten. Wir stellen Arzneimittel her, prüfen Fertigarzneimittel, kontrollieren Blutdruck, Blutzucker oder den kompletten Medikationsplan. Durch die Pandemie sind viele neue Aufgaben hinzugekommen: Maskencoupons bearbeiten, Coronaschnelltests durchführen, wöchentlich Coronaimpfstoff ausliefern, digitale Impfzertifikate erstellen und seit neustem Genesenenzertifikate. Ich schließe also morgens die Tür auf und lass mich überraschen, wem ich wie helfen darf. Es kommt sogar vor, dass jemand ein Rezept einlöst. [lacht]
Frau Ewald-Koller, Rezepte gibt es bei Ihnen doch auch; wie haben die Kunden des Fruchthauses Schwieger die Regeln zur Eindämmung der Pandemie aufgenommen?
Ivonne Ewald-Koller: Bei meinen Rezepten geht es eher um Obst, Gemüse und Gewürze. Unsere Arbeitsabläufe haben sich nicht stark geändert. Wir hatten schon immer hohe Hygienestandards. Mehrmals täglich reinigen und desinfizieren, Handschuhe tragen, keine Selbstbedienung oder über den Tresen greifen. Hinzugekommen ist nur das Maske tragen und dass wir nur noch zwei Personen gleichzeitig im Laden bedienen. Mit diesen beiden neuen Regeln kommen fast alle sehr gut zurecht, und die meisten sind froh, dass wir es so handhaben. Natürlich ist es unangenehm, bei Wind und Wetter draußen vor der Tür in der Schlange zu warten, aber auch dafür haben wir mittels Nachbarschaftshilfe eine Lösung in Form großer Regenschirme gefunden. Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch, und ich bin sehr dankbar, dass meine Kundschaft das so mitmacht.
Gibt es Neuigkeiten oder Pläne für das kommende Jahre?
Ivonne Ewald-Koller: Nach viel harter Arbeit habe ich mir einen jahrelangen PS-Traum zusammengespart, und für die Zukunft möchte ich mir die Zeit nehmen können, dieses Fahrvergnügen mehr zu erleben.

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