Die neue Geschäfts­lei­tung von abberior instru­ments: Peter Krae­mer, Thors­ten Staudt

Das Göt­tin­ger Unter­neh­men abberior instru­ments GmbH ent­wi­ckelt und ver­treibt super­hoch­auf­lö­sen­de Fluo­res­zenz­mi­kro­sko­pe und gehört in die­sem Bereich zu den Welt­markt­füh­rern. Die neue Geschäfts­lei­tung mit CEO Thors­ten Staudt und CCO Peter Krae­mer bringt umfang­rei­che Erfah­rung mit. Im Inter­view spre­chen sie über Visio­nen, Her­aus­for­de­run­gen und Zukunft.

Inter­view: Jani­ne Ehlert, Fre­de­rik Köp­per | Fotos: abberior

Herr Staudt, Herr Krae­mer war­um hat sich abberior instru­ments gera­de jetzt zu einem Wech­sel der Geschäfts­lei­tung ent­schie­den?
Staudt: abberior instru­ments hat sich seit sei­ner Grün­dung vor 13 Jah­ren beein­dru­ckend ent­wi­ckelt und sich ohne Fremd­ka­pi­tal als pro­fi­ta­bler Mit­tel­ständ­ler eta­bliert. Nun beginnt eine neue Pha­se: Wir wol­len wei­ter wach­sen und unser Poten­zi­al noch bes­ser aus­schöp­fen. Dafür braucht es geziel­te Stra­te­gien und pro­fes­sio­nel­le Struk­tu­ren.
Krae­mer: Genau hier set­zen wir an: Um das Wachs­tum vor­an­zu­trei­ben, sind neue Impul­se, fri­sche Ideen und exter­ne Exper­ti­se ent­schei­dend. Wir brin­gen Erfah­rung und bewähr­te Lösun­gen aus grö­ße­ren Unter­neh­men mit und kön­nen unter­schied­li­che Ansät­ze gezielt ver­glei­chen und anpas­sen. Mit die­sem Know-how und einer kla­ren Stra­te­gie wol­len wir nach­hal­tig wach­sen, ohne Inno­va­ti­ons­kraft und Dyna­mik zu ver­lie­ren – denn lang­fris­ti­ger Erfolg erfor­dert ste­ti­ge Wei­ter­ent­wick­lung.

Wel­che Erfah­run­gen brin­gen Sie mit?
Krae­mer: Ich bin Inge­nieur und seit 20 Jah­ren in der Hoch­tech­no­lo­gie­bran­che tätig. Bei Zeiss habe ich Ein­bli­cke in ein welt­weit renom­mier­tes Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men gewon­nen. Spä­ter habe ich das Unter­neh­men atto­cu­be als CEO in eine neue Wachs­tum­sepo­che geführt und die Mit­ar­bei­ter­zahl von 70 auf 270 gestei­gert. Dabei habe ich haut­nah mit­er­lebt, wel­che Her­aus­for­de­run­gen mit star­kem Wachs­tum ein­her­ge­hen und wel­che Fall­stri­cke es zu ver­mei­den gilt.
Staudt: Ich kom­me aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen und bin stolz, dass mein Bru­der und ich die ers­ten in unse­rer Fami­lie sind, die stu­diert haben. Alles, was ich erreicht habe, ver­dan­ke ich mei­nem eige­nen Antrieb und Durch­hal­te­ver­mö­gen. Als Halb-Che­mi­ker, Halb-Phy­si­ker habe ich vor 20 Jah­ren das ers­te super­hoch­auf­lö­sen­de STED-Mikro­skop in Ste­fan Hells Grup­pe in Hei­del­berg auf­ge­baut. Spä­ter wech­sel­te ich zur BASF, wo ich in ver­schie­de­nen Berei­chen wie R&D, New Busi­ness Deve­lo­p­ment, Sales, Mar­ke­ting, Busi­ness Manage­ment und Betriebs­lei­tung wert­vol­le Erfah­run­gen sam­mel­te. Beson­ders prä­gend waren drei­ein­halb Jah­re in Kali­for­ni­en, die mich beruf­lich und per­sön­lich sehr berei­chert haben.

Was hat Sie dazu bewegt, die Geschäfts­lei­tung bei abberior zu über­neh­men?
Krae­mer: Für mich ist die Ska­lie­rung eines Unter­neh­mens zwi­schen 50 und 500 Mit­ar­bei­tern eine der span­nends­ten Pha­sen über­haupt. In die­sem Wachs­tums­be­reich lie­gen enor­me Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten – sowohl struk­tu­rell als auch stra­te­gisch, und genau hier befin­det sich abberior im Moment.
Zudem fas­zi­niert mich die Pho­to­nik, und abberior ist nicht nur Tech­no­lo­gie- son­dern auch Markt­füh­rer im Bereich der super­auf­lö­sen­den Mikro­sko­pie – eine Bran­che mit enor­mem Poten­zi­al.

Was ist Ihr ers­ter Ein­druck von abberior?
Staudt: Sehr posi­tiv! Wir haben ein hoch­mo­ti­vier­tes Team und die leis­tungs­fä­higs­ten Mikro­sko­pe. Gleich­zei­tig gibt es vie­le Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten, die wir nun gezielt ange­hen wer­den.
Krae­mer: Dem kann ich nur zustim­men. Ich habe mich sofort wohl­ge­fühlt – hier herrscht eine beson­de­re Atmo­sphä­re: vie­le hoch­qua­li­fi­zier­te Men­schen arbei­ten mit Lei­den­schaft dar­an, gemein­sam etwas Gro­ßes zu schaf­fen. Es liegt förm­lich in der Luft, dass hier Inno­va­ti­on ent­steht und man mit den rich­ti­gen Impul­sen viel bewe­gen wird.

Wel­che Zie­le ver­fol­gen Sie?
Staudt: Kurz­fris­tig möch­ten wir wei­ter wach­sen und mit­tel­fris­tig unse­ren Umsatz ver­dop­peln. Lang­fris­tig soll sich abberior welt­weit als ers­te Wahl für hoch­auf­lö­sen­de Mikro­sko­pie eta­blie­ren. Mein Traum ist, dass unse­re Instru­men­te in jedem Labor genutzt wer­den, um wis­sen­schaft­li­che Fra­gen zu beant­wor­ten.

Was sind die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen auf die­sem Weg?
Krae­mer: Eine kla­re stra­te­gi­sche Fokus­sie­rung. Wäh­rend Start-ups oft fle­xi­bel auf Kun­den­wün­sche reagie­ren, muss ein wach­sen­des Unter­neh­men gezielt ent­schei­den, wor­auf es sich kon­zen­triert.
Staudt: Hin­zu kom­men geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­hei­ten, etwa in den USA und Chi­na, die eine hohe Anpas­sungs­fä­hig­keit erfor­dern. Dann der Weg­fall von Märk­ten wie Russ­land und Isra­el – all das erfor­dert eine vor­aus­schau­en­de Pla­nung.
Krae­mer: Unser Ziel ist es, trotz die­ser Unsi­cher­hei­ten effi­zi­ent und pro­fi­ta­bel zu blei­ben. Wir müs­sen jetzt die stra­te­gi­schen Wei­chen stel­len, um bereit zu sein, wenn sich neue Markt­chan­cen erge­ben.

Wie sieht Ihre Füh­rungs­phi­lo­so­phie aus?
Krae­mer: Für mich steht fest: Cul­tu­re eats stra­tegy for break­fast. Eine star­ke Unter­neh­mens­kul­tur ist der Schlüs­sel zum Erfolg – sie über­trumpft jede noch so aus­ge­feil­te Stra­te­gie. Füh­rung ist dabei kei­ne Fra­ge von Hier­ar­chie oder Pri­vi­le­gi­en, son­dern eine Dienst­leis­tung. Ich will den Men­schen im Unter­neh­men kla­re, bedeut­sa­me Zie­le ver­mit­teln, mit denen sie sich iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, und sie dabei unter­stüt­zen, die­se Zie­le zu errei­chen. Leis­tung ent­steht nicht durch Druck, son­dern durch Begeis­te­rung und Freu­de an der Auf­ga­be.
Staudt: In einer Welt, in der sich Inno­va­ti­on und Fort­schritt immer wei­ter beschleu­ni­gen, ist es ent­schei­dend, den Nut­zer ins Zen­trum unse­res Han­delns zu stel­len. Unser Ziel ist es, ihn zu befä­hi­gen, bahn­bre­chen­de Ent­de­ckun­gen zu machen – und das gelingt nur mit einem star­ken, moti­vier­ten Team. Eine kla­re Stra­te­gie ist uner­läss­lich, aber nicht aus­rei­chend: Es braucht eine Kul­tur, die die­se Zie­le über­haupt erst mög­lich macht, wie Peter schon sag­te.
Füh­rung bedeu­tet für mich, Ver­trau­en auf­zu­bau­en – und Ver­trau­en ent­steht durch Logik, Empa­thie, Authen­ti­zi­tät und Ori­en­tie­rung. Für mich ist Leis­tung nicht nur ein Ziel, son­dern eine Hal­tung. Ich sehe uns als Sport­team: Wir spie­len gemein­sam, ach­ten auf­ein­an­der und wol­len zusam­men gewin­nen.

War­um ist Göt­tin­gen ein idea­ler Stand­ort?
Staudt: In Göt­tin­gen gibt es eine sehr star­ke wis­sen­schaft­li­che Basis. Die exzel­len­te Uni­ver­si­tät mit ihrem Schwer­punkt in den Life Sci­en­ces, die Hoch­schu­le für Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten sowie renom­mier­te For­schungs­in­sti­tu­te schaf­fen ein ein­zig­ar­ti­ges Inno­va­ti­ons­um­feld. Hin­zu kommt eine leben­di­ge Com­mu­ni­ty, die den Trans­fer von For­schung in die Wirt­schaft för­dert – etwa durch die Life Sci­ence Fac­to­ry oder die wach­sen­de Start­up-Sze­ne. Das bedeu­tet für uns direk­ten Zugang zu talen­tier­ten Fach­kräf­ten und poten­zi­el­len Nut­zern unse­rer Tech­no­lo­gie – direkt vor der Haus­tür.
Außer­dem begeis­tert Göt­tin­gen mit sei­nem jun­gen, dyna­mi­schen Flair, der viel­fäl­ti­gen Gas­tro­no­mie und vie­lem mehr. Göt­tin­gen ver­bin­det Spit­zen­for­schung mit hoher Lebens­qua­li­tät – eine Kom­bi­na­ti­on, die den Stand­ort für uns beson­ders attrak­tiv macht.

Was macht abberior als Arbeit­ge­ber attrak­tiv?
Staudt: Das Unter­neh­men bie­tet hoch­span­nen­de, moderns­te Tech­no­lo­gie mit weg­wei­sen­den Anwen­dun­gen, ein moti­vier­tes und inspi­rie­ren­des Team sowie eine wert­schät­zen­de Unter­neh­mens­kul­tur.
Krae­mer: Wer in einem Unter­neh­men arbei­ten möch­te, in dem jede und jeder Ein­zel­ne zählt und aktiv zum Erfolg bei­tra­gen kann, ist hier genau rich­tig. Hier ist jeder Teil des gro­ßen Gan­zen und kann wirk­lich etwas bewir­ken.

Dr. Thors­ten Staudt …
… stu­dier­te Che­mie und pro­mo­vier­te in Hei­del­berg in der Arbeits­grup­pe von Ste­fan Hell, dem Erfin­der der super­hoch­auf­lö­sen­den STED-Mikro­sko­pie. Anschlie­ßend wech­sel­te er zur BASF, wo er über 15 Jah­re umfang­rei­che Erfah­run­gen in zahl­rei­chen Füh­rungs­po­si­tio­nen sam­mel­te und zuletzt das Cen­ter of Excel­lence Metal Sys­tems Appli­ca­ti­on lei­te­te. Seit Janu­ar 2025 ist er CEO von abberior instru­ments.

Peter Krae­mer …
… stu­dier­te Opto­elek­tro­nik und ver­fügt über mehr als 20 Jah­re Erfah­rung im glo­ba­len Unter­neh­mens­ma­nage­ment. Nach vie­len Jah­ren bei Zeiss, wo er unter ande­rem Pro­dukt­ma­na­ger, Ver­triebs­di­rek­tor und Geschäfts­feld­lei­ter war, führ­te er zuletzt acht Jah­re lang das Unter­neh­men atto­cu­be als CEO. Im Febru­ar 2025 über­nahm er die Posi­ti­on des Chief Com­mer­cial Offi­cer (CCO) bei abberior instru­ments.

abberior instru­ments GmbH
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37077 Göt­tin­gen
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