Langfristig geplant, vertrauensvoll umgesetzt: Dr. Johannes Loxen übernimmt künftig eine beratende Rolle, Oliver Seufer ergänzt neben Reinhild Jung die SerNet-Geschäftsführung
Der nächste Schritt in der SerNet-Geschichte: Zum 1. Juli 2025 übergibt Dr. Johannes Loxen an eine neue Doppelspitze. Neben Geschäftsführerin Reinhild Jung tritt Oliver Seufer in die Unternehmensleitung ein – mit langjähriger Erfahrung und klarem Blick auf die Zukunft.
Interview: Claudia Krell | Fotos: Willem Rothe
Der Wechsel der SerNet-Geschäftsführung erfolgte in mehreren Etappen. Was steckt hinter der Entscheidung, und wie sieht die SerNet nach dem 1. Juli aus?
Johannes Loxen: SerNet ist jetzt im 29. Jahr und – wie wir gerne betonen – denkt in Dekaden. Die Staffelübergabe ist das Ergebnis sorgsamer Überlegungen, die 2015 begannen. Reinhild Jung kam 2019 in die Geschäftsführung, gemeinsam haben wir den Veränderungsprozess bis heute gesteuert. Jetzt übernimmt sie zusammen mit Oliver Seufer den nächsten Part. Dafür gebe ich die operative Leitung vollständig ab.
Reinhild Jung: Wir verbinden Veränderung mit Verlässlichkeit. Oliver und ich sind seit über 20 Jahren Teil der SerNet. Wir kennen die Strukturen, die Teams und unsere Kunden – und teilen eine klare Vorstellung davon, wie wir SerNet weiterentwickeln wollen.
Warum setzt SerNet bewusst auf eine Doppelspitze?
Oliver Seufer: Als technischer Leiter war ich in den letzten Jahren tief in den Alltag eingebunden. Aus diesen Erfahrungen weiß ich, wie wichtig es ist, technische Leitplanken zu setzen. Dafür braucht es jemanden „vom Fach“. Reinhild und ich bringen ganz eigene Stärken mit, die sich gut ergänzen.
Jung: Diese Stärken spiegeln sich in unseren Schwerpunkten wider. Oliver bringt weitreichende technische Expertise mit und genießt dafür großes Vertrauen. Ich verantworte den kaufmännischen Bereich – inklusive Finanzen, Verwaltung und Personal. Im HR-Bereich gehören dazu klassische Themen wie Personalentwicklung, Gesundheit und Unternehmenskultur. Bei SerNet legen wir strategische Aufmerksamkeit auf die Gestaltung eines wertschätzenden, nachhaltigen Arbeitsumfelds.
Seufer: Es ist ein gut vorbereiteter, auf gegenseitigem Vertrauen aufbauender Übergang mit klar definierten Zuständigkeiten. Natürlich braucht jede Veränderung auch etwas Zeit, um sich einzuspielen. Viele waren es fast 30 Jahre gewohnt, direkt mit Johannes als Ansprechpartner zu arbeiten – extern wie intern.
Jung: Uns war besonders wichtig, dass die Veränderung in den Teams mitgetragen wird. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Viele Kolleginnen und Kollegen schätzen es, dass die neue Geschäftsführung aus den eigenen Reihen kommt.
Was wird sich mit der neuen Geschäftsführung ändern?
Seufer: SerNet bleibt SerNet. Nur ein Kapitel weiter. Die Firma behauptet und entwickelt sich seit fast drei Jahrzehnten mit den Themen IT- und Informationssicherheit in einem äußerst dynamischen Markt. Wir sehen uns Konsolidierungen gegenüber, zum Beispiel immer größeren IT-Systemhäusern mit veränderten Vertriebsstrukturen bei Partnern und neuen Regularien wie der NIS2-Richtlinie. Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht, erfinden uns immer wieder neu: Wir haben das Portfolio der Abteilung „Sichere Infrastrukturen“ geschärft, insbesondere auf Anforderungen wie Next-Generation-Firewalls, Endpoint Security und Sicherheit in der Cloud reagiert. Wir haben mit SAMBA+ das Thema Interoperabilität vorangetrieben und zuletzt große Fördersummen für die Weiterentwicklung des Open-Source-Projekts eingeworben. Wir haben gerade unser GRC-Tool verinice komplett neu entwickelt und eine browserbasierte Generation auf den Markt gebracht. Dies gilt es konsequent weiterzuführen: kontinuierliche Veränderungsprozesse, bedachtes Wachstum, neue Märkte erschließen.
Worauf können Kunden wie Mitarbeitende weiterhin zählen?
Jung: Wir stellen uns neu auf – das Ziel ist langfristige Beständigkeit, sowohl für unsere Kunden und Partner als auch intern. Dazu gehört, dass wir auch weiterhin auf Augenhöhe mit allen agieren, verlässlicher und persönlicher Ansprechpartner sind. Callcenter gibt es bei uns nicht, wir sind immer direkt erreichbar.
Seufer: Offene Kommunikation ist eines der Kernelemente, die einfach zur SerNet-DNA gehören. Ebenso zählt dazu, dass wir immer offen für technologische Neuerungen sind – aber sie auch selbst ausprobieren bzw. bei uns einsetzen. So können wir besser verstehen, was sich für welche Kundenprojekte eignet und wie wir unterstützen können. In den Vordergrund rückt aktuell das Themenfeld „digitale Souveränität“, das wir mit Open-Source-Lösungen zwar schon lange bedienen, aber gerade deutlich an Relevanz gewinnt. Für die Kolleginnen und Kollegen ist sicher die familiäre Gestaltung des Unternehmens zentral – das beinhaltet auch die Familienfreundlichkeit, die wir als Geschäftsführung selbst vorleben.
Auch Dr. Loxen bleibt dem Unternehmen erhalten?
Loxen: Ich übernehme künftig eine beratende Rolle. Das eröffnet mir für die nächsten zehn Jahre auch Freiraum, neue Themen und Projekte anzustoßen. Bei der SerNet Inc. in Kalifornien bleibe ich CEO und werde das internationale Geschäft ausbauen. Souveränität, Resilienz und das Thema Open Source gewinnen weltweit an Gewicht. SerNet wird Teil dieser Geschichte sein. Ich gehe also ein Stück voraus und lasse los, damit Neues entstehen kann.
Neue Doppelspitze: Reinhild Jung und Oliver Seufer führen SerNet mit Erfahrung und frischen Impulsen in die nächste Etappe
Reinhild Jung
Reinhild Jung (Jg. 1976) ist seit 2002 bei der SerNet, seit 2009 als Prokuristin und kaufmännische Leitung. Seit 2019 ist sie als Geschäftsführerin Teil der Unternehmensleitung.
Oliver Seufer
Oliver Seufer (Jg. 1979) kam 2001 zur SerNet, 2017 übernahm er die Rolle als technischer Leiter. Ab 1.7.2025 ist er ebenfalls Geschäftsführer.
SerNet
Die SerNet GmbH (Jg. 1997), ist Dienstleisterin im Bereich IT-Sicherheit und Sichere Infrastrukturen. Gegründet von Dr. Johannes Loxen, Volker Lendecke und Lutz Preßler, ist das Unternehmen heute mit Büros in Göttingen, Berlin und San Francisco weltweit und rund um die Uhr für Kunden tätig. Zum Angebot gehören auch die Open-Source-Lösungen SAMBA+ und verinice.
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