Cha­rak­ter-Chef­re­dak­teur Ulrich Drees sprach im Ein­be­cker PS.SPEICHER, am See­bur­ger See und am Deut­schen Thea­ter in Göt­tin­gen mit Clau­dia Wei­temey­er, die seit Anfang des Jah­res haupt­amt­lich die Süd­nie­der­sach­sen­Stif­tung lei­tet, über Lebens­weis­hei­ten, Mut und die Auf­ga­be, eine gan­ze Regi­on vor­an­zu­brin­gen.

Inter­view: Ulrich Drees | Fotos: Ste­phan Beu­er­mann

Frau Wei­temey­er, schon als jun­ge Frau haben Sie eine für Ihre Bio­gra­fie wich­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen. Wor­um ging es?
Mei­ne Kind­heit und Jugend habe ich in Leip­zig ver­bracht. Nach mei­ner Aus­bil­dung zur Wirt­schafts­kauf­frau, das DDR-Pen­dant zur Indus­trie­kauf­frau, zog es mich mit 18 nach Dres­den. Zwei Jah­re vor dem Mau­er­fall ergriff ich im August 1987 die Chan­ce, die DDR zu ver­las­sen.

In die­sem Alter sicher kein ein­fa­cher Schritt. War­um sind Sie fort­ge­gan­gen?
Der Gedan­ke war bereits län­ger in mir gereift. Ich wuss­te schon als jun­ges Mäd­chen, dass ich ein freie­res, gerad­li­ni­ge­res und ehr­li­che­res Leben füh­ren woll­te, als es die Per­spek­ti­ven in der DDR zum dama­li­gen Zeit­punkt her­ga­ben. Als ich im August 1987 die Geneh­mi­gung bekam, an der Urnen­bei­set­zung mei­nes Groß­va­ters in Regens­burg teil­zu­neh­men, ent­schied ich mich, in der BRD zu blei­ben und nicht nach Hau­se zurück­zu­keh­ren. Ich war noch kei­ne 21. Dass zwei Jah­re spä­ter die Gren­ze geöff­net wür­de, war da noch über­haupt nicht abzu­se­hen.

Wie hat Ihre Fami­lie reagiert?
Die Reak­tio­nen in mei­nem fami­liä­ren Umfeld und Freun­des­kreis waren nicht nur von Ver­ständ­nis geprägt. Nicht aus poli­ti­schen Grün­den, son­dern weil uns plötz­lich viel mehr trenn­te, als eine ein­fa­che Lan­des­gren­ze – wir wuss­ten nicht, wann und wo wir uns wie­der­se­hen wür­den.

Wie ging es dann für Sie wei­ter?
Ich leb­te zunächst für eini­ge Zeit bei Freun­den unse­rer Fami­lie in Cel­le. Dort begann ich direkt mit einer Aus­bil­dung zur Fremd­spra­chen­kor­re­spon­den­tin in Eng­lisch, um mei­ne Sprach­kennt­nis­se zu fes­ti­gen und eine wei­te­re Aus­bil­dung zu haben. Ein Jahr spä­ter erfüll­te ich mir mei­nen Traum, für län­ge­re Zeit in den USA zu leben, und flog im Janu­ar 89 mit 300 Dol­lar in der Tasche nach San Die­go. Dort such­te ich mir dann Jobs und bin viel in Kali­for­ni­en und Neva­da her­um­ge­reist.

Was den­ken Sie heu­te über die­se Zeit?
Zunächst ein­mal waren die USA für mich damals der Inbe­griff von Frei­heit und Welt­of­fen­heit, das Land der unbe­grenz­ten Mög­lich­kei­ten – ich war ein Sys­tem­kind der DDR. Umso schlim­mer fin­de ich, was dort aktu­ell pas­siert. Aber obwohl ich die­ses Jahr noch heu­te als groß­ar­ti­ge Erfah­rung sehe und dort lie­be Freun­de gefun­den habe, wur­de mir sehr schnell klar, dass ich nicht dau­er­haft in Ame­ri­ka leben möch­te. Vie­les erschien mir dort zu ober­fläch­lich. Manch­mal hat­te ich den Ein­druck, für eini­ge Ame­ri­ka­ner ende­te die Welt an der Lan­des­gren­ze. Es gab zum Bei­spiel vie­le Men­schen, die wuss­ten nicht ein­mal, dass es ein geteil­tes Deutsch­land gab.

Spiel­te es bei Ihren Begeg­nun­gen damals eine Rol­le, dass Sie aus der DDR stamm­ten?
Ja, manch­mal. Zwei­mal wur­de ich in Schu­len ein­ge­la­den, um über die DDR zu spre­chen. Die Schü­ler frag­ten mich dann bei­spiels­wei­se, ob wir über­haupt aus dem Haus gehen durf­ten, ob es bei uns Dis­ko­the­ken gab, ob wir alles ein­kau­fen konn­ten und es genug zu essen gab.

Wann sind Sie zurück­ge­kehrt?
Als ich im Okto­ber 89 im Fern­se­hen die Leu­te auf der Ber­li­ner Mau­er tan­zen sah und von der Grenz­öff­nung erfuhr, woll­te ich unbe­dingt nach Deutsch­land zurück, um Weih­nach­ten end­lich wie­der bei mei­ner Fami­lie in Leip­zig sein zu kön­nen.

Sind Sie dann in Deutsch­land geblie­ben?
Ja. Zuerst habe ich eine Zeit lang in Han­no­ver gelebt, bevor ich nach eini­gen Zwi­schen­sta­tio­nen in Düs­sel­dorf lan­de­te. Dort habe ich dann neun Jah­re für eine mit­tel­stän­di­sche Wer­be­agen­tur gear­bei­tet und fand in der Bran­che mei­ne beruf­li­che Hei­mat. Ich lern­te von der Pike auf, wie Wer­bung, Mar­ke­ting und Pres­se­ar­beit funk­tio­nie­ren und absol­vier­te dann zusätz­lich ein berufs­be­glei­ten­des drei­jäh­ri­ges Stu­di­um, um mir fun­dier­tes Basis­wis­sen anzu­eig­nen.

Was hat Sie an die­ser Bran­che so gereizt?
Spra­che und das Schrei­ben grund­sätz­lich fie­len mir von klein auf leicht. Da war ich also in mei­nem Metier. Und auch das Rein­fuch­sen in immer neue Pro­duk­te, neue Unter­neh­men und neue Märk­te war meins. Das mach­te die Arbeit auf Agen­tur­sei­te unglaub­lich viel­sei­tig. Und bis heu­te macht es mir viel Freu­de, Men­schen über eine kla­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­zu­neh­men und zu über­zeu­gen. Mit den rich­ti­gen Wor­ten sind wir in der Lage, Men­schen für eine Idee oder ein gemein­sa­mes Ziel zu begeis­tern und dahin­ter zu ver­ei­nen. Das liegt mir.

Wie sind Sie von Düs­sel­dorf nach Göt­tin­gen gelangt?
In gewis­ser Wei­se über mei­nen Beruf. Ich habe dar­über mei­nen spä­te­ren Mann, Dirk Wei­temey­er, ken­nen­ge­lernt, der als Fach­händ­ler für Büro­kom­mu­ni­ka­ti­on eine Mar­ke führ­te, die bei der Düs­sel­dor­fer Agen­tur mein größ­ter Kun­de im Bereich Pres­se­ar­beit und Händ­ler­mar­ke­ting war. Sei­net­we­gen hab ich mich ent­schie­den, nach Göt­tin­gen zu zie­hen, wo auch unser Sohn Tom gebo­ren wur­de. Das ist unglaub­li­che 22 Jah­re her. Ich gebe zu, dass ich einen Moment brauch­te, um nach 14 Jah­ren in einer Stadt wie Düs­sel­dorf hier anzu­kom­men, aber aus der anfäng­li­chen Zweck­ge­mein­schaft mit Göt­tin­gen und der Regi­on ist längst eine ech­te Lie­bes­be­zie­hung gewor­den. Ich fin­de, man kann hier wirk­lich gut leben und für Tom war es groß­ar­tig, in Göt­tin­gen auf­zu­wach­sen.

Und kann man hier auch gut arbei­ten?
Abso­lut. Schon bald, nach­dem ich her­ge­zo­gen war, habe ich mich als Frei­be­ruf­le­rin selbst­stän­dig gemacht und Unter­neh­men bei ihrer Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit unter­stützt. Dabei lern­te ich die Gra­fi­ke­rin Rena­te Kol­le ken­nen und weil unse­re Zusam­men­ar­beit von Anfang an wirk­lich gut funk­tio­nier­te, haben wir bald dar­auf die Agen­tur „Mam­ba Kom­mu­ni­ka­ti­on“ gegrün­det. Rena­te war gewis­ser­ma­ßen unser Bild und ich unser Wort. Rela­tiv schnell stell­ten wir dann noch zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen ein und erwei­ter­ten unser Port­fo­lio unter dem Label „Mam­ba Events“ um das Ange­bot des Ver­an­stal­tungs­ma­nage­ments. Auf­wän­di­ge Event­kon­zep­te auf­zu­set­zen, für Men­schen einen beson­de­ren Moment, ein außer­ge­wöhn­li­ches emo­tio­na­les Erleb­nis zu schaf­fen, gehör­te schon zu Düs­sel­dor­fer Agen­tur­zei­ten zu mei­ner Lei­den­schaft, wo wir für unse­re Kun­den bun­des­wei­te Road­shows und Groß­ver­an­stal­tun­gen orga­ni­sier­ten.
Nach drei span­nen­den Jah­ren der Selb­stän­dig­keit haben Rena­te und ich Mam­ba dann an die Göt­tin­ger Agen­tur Black­bit ver­kauft, bei der ich im Anschluss als Kun­den­be­ra­te­rin arbei­te­te. Und wei­te­re drei Jah­re spä­ter wur­de ich durch Zufall auf eine Stel­len­aus­schrei­bung der Stadt­wer­ke Göt­tin­gen auf­merk­sam. Ich nutz­te die Gele­gen­heit, um von der Agen­tur- auf die Unter­neh­mens­sei­te zu wech­seln und bewarb mich. Chan­cen muss man schließ­lich nut­zen, man weiß nie, ob sie wie­der kom­men.

Gibt es noch wei­te­re Grund­sät­ze, die für Ihr Leben wich­tig sind?
Ja. Mir fal­len zwei für mich sehr prä­gen­de Leit­sät­ze ein. Den Ers­ten habe ich von einer lie­ben Freun­din: „Ein Nein hab ich schon, ein Ja kann ich krie­gen.“ Soll hei­ßen, bevor ich es nicht wirk­lich ver­sucht habe, gebe ich nicht auf. Und ganz zen­tral ist für mich „Love it, chan­ge it oder lea­ve it!“ Sich der eige­nen Unzu­frie­den­heit zu erge­ben, mag für eine gewis­se Zeit ver­ständ­lich sein, aber irgend­wann soll­te man ins Han­deln kom­men und die Din­ge ändern. Es erstaunt mich häu­fi­ger, wie vie­le Men­schen mit ihrem Leben unzu­frie­den sind, aber trotz­dem nicht den Mut oder die Kraft auf­brin­gen, dar­an etwas zu ändern.

Kenn­zeich­net die­ser Mut zur Ver­än­de­rung Ihr Leben?
Unbe­dingt! Ich möch­te mein Leben aktiv gestal­ten. Da, wo ich bin, will ich auch etwas bewe­gen, etwas zum Bes­se­ren ver­än­dern, aktiv mit­ge­stal­ten. Und Ver­än­de­rung heißt natür­lich auch immer, ein Risi­ko ein­zu­ge­hen, sich aus­zu­pro­bie­ren und ja, viel­leicht auch mal zu schei­tern.

Wenn man sich wie Sie pro­fes­sio­nell mit Kom­mu­ni­ka­ti­on aus­ein­an­der­setzt, hat man eine bestimm­te Metho­de, um sich eine Mei­nung über einen ande­ren Men­schen zu bil­den?
Das ist weni­ger eine Fra­ge der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit als der Lebens­er­fah­rung, Rei­fe und Sou­ve­rä­ni­tät. Ich weiß heu­te, dass ich mich meis­tens auf mein Bauch­ge­fühl ver­las­sen kann. Natür­lich täu­sche ich mich auch mal, aber gera­de in mei­ner neu­en beruf­li­chen Posi­ti­on hilft es mir sehr, denn ich habe in den letz­ten Mona­ten vie­le unter­schied­li­che Men­schen ken­nen­ge­lernt. Dank mei­ner Intui­ti­on kann ich rela­tiv schnell ein­schät­zen, was mein Gegen­über moti­viert. Das hilft mir, die pas­sen­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ebe­ne zu fin­den, um einen Kon­sens zwi­schen sei­ner Agen­da und dem Auf­trag her­zu­stel­len, den die Stif­tung für die Regi­on erfül­len soll. Eige­ne Zie­le zu ver­fol­gen, ist grund­sätz­lich legi­tim. Mei­ne Auf­ga­be ist es aber, dafür zu wer­ben, dass wir in der Regi­on am Ende alle an einem Strang zie­hen, um gemein­sam etwas nach vor­ne zu brin­gen und dabei hilft mir dann ganz sicher auch mei­ne Fähig­keit zu kom­mu­ni­zie­ren.
Dazu gehört auch zu akzep­tie­ren, dass man es nicht jedem recht machen kann. Wenn man sich lei­den­schaft­lich für eine Sache ein­setzt, wird man immer wie­der mal jeman­dem „auf den Fuß tre­ten“, des­sen Mei­nung und Inter­es­sens­la­ge gera­de eine völ­lig ande­re ist. Dann gilt es, sich in die Augen zu schau­en und eine gemein­sa­me, der Sache dien­li­che Lösung zu fin­den. Und genau dafür wer­be ich in mei­ner neu­en Rol­le man­tra-artig.

Sie spre­chen Ihre aktu­el­le Tätig­keit an. Was hat Sie dazu bewo­gen, die Posi­ti­on der haupt­amt­li­chen Vor­stands­vor­sit­zen­den für die Stif­tung zu über­neh­men, die zuvor ehren­amt­lich von Dr. Jochen Kuhl aus­ge­füllt wur­de?
Vor­weg: Ich habe wirk­lich gern für die Stadt­wer­ke gear­bei­tet. Das ist ein tol­les Unter­neh­men, das für die Stadt Göt­tin­gen, ihre Men­schen und die Zukunft der loka­len Ener­gie­ver­sor­gung eine abso­lut wich­ti­ge Auf­ga­be erfüllt. Auch mensch­lich habe ich mich dort sehr wohl­ge­fühlt. Gera­de in den letz­ten andert­halb Jah­ren vor mei­nem Wech­sel war ich maß­geb­lich in den span­nen­den Kul­tur­wan­del ein­ge­bun­den, den die Stadt­wer­ke voll­zie­hen. Mei­ne berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dung zur Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­le­rin hat mir noch ein­mal bewusst gemacht, wie wirk­sam ich auch in die­sem Bereich sein konn­te. Aus­ge­rech­net in die­ser Situa­ti­on wur­de ich dann ange­spro­chen, ob ich mir den Pos­ten bei der Süd­nie­der­sach­sen­Stif­tung vor­stel­len kön­ne und damit öff­ne­te sich für mich eine ganz neue Tür. Mei­ne beruf­li­chen und per­sön­li­chen Erfah­run­gen in Kom­bi­na­ti­on mit der Chan­ce, hier in der Regi­on wirk­lich mit­ge­stal­ten zu kön­nen, mach­ten für mich einen gro­ßen Reiz aus.

Aus der rei­nen Vor­stel­lung wur­de dann offen­sicht­lich mehr.
In die­sem Bewer­bungs­pro­zess habe ich Stu­fe für Stu­fe genom­men und mich fast ein hal­bes Jahr lang in diver­sen Ter­mi­nen inten­siv mit die­ser poten­zi­el­len Auf­ga­be aus­ein­an­der­ge­setzt – immer aus der sehr kom­for­ta­blen Posi­ti­on bei den Stadt­wer­ken her­aus. Als sich dann aber im Mai letz­ten Jah­res der Stif­tungs­rat ein­stim­mig für mich ent­schied, war es für mich klar, dass ich den Ver­trag unter­zeich­ne und ich habe mich rie­sig auf die­se Her­aus­for­de­rung gefreut.

Das heißt, das kla­re Bekennt­nis des Stif­tungs­rats gab den Aus­schlag?
Das war für mich ein wich­ti­ger Ver­trau­ens­be­weis durch das 30-köp­fi­ge Stif­tungs­gre­mi­um, denn damit hat­te ich das Man­dat jedes ein­zel­nen Mit­glieds. Trotz­dem: Ich habe ein lang­jäh­ri­ges, siche­res Arbeits­ver­hält­nis bei den Stadt­wer­ken für eine Posi­ti­on auf­ge­ge­ben, in der ich laut Sat­zung alle zwei Jah­re zur Dis­po­si­ti­on ste­he – der Stif­tungs­rat wählt mich dann erneut in den Vor­stand und inner­halb des Vor­stands zur Vor­sit­zen­den.

Man muss kein Exper­te sein, um sich vor­zu­stel­len, wie schwie­rig es sein dürf­te, die vie­len Inter­es­sen der unter­schied­li­chen Akteu­re in Süd­nie­der­sach­sen zu einem hand­lungs­fä­hi­gen Gan­zen zu bün­deln. Hat Sie das nicht abge­schreckt?
Bewor­ben habe ich mich mit mei­nen Wer­ten Klar­heit, Trans­pa­renz und Kon­sis­tenz und genau die bestim­men mein Han­deln. Dass es sich schon bei der Wei­ter­ent­wick­lung der Stif­tung um eine gewal­ti­ge Auf­ga­be han­delt, war mir von Anfang an klar. Neben der ori­gi­nä­ren Stif­tungs­ar­beit beschäf­tigt mich seit Wochen aber ins­be­son­de­re der an die Stif­tung erteil­te Auf­trag, das Stand­ort­mar­ke­ting für Süd­nie­der­sach­sen als Kom­pe­tenz­zen­trum für rote und grü­ne Life Sci­en­ces auf­zu­set­zen. Die roten Lebens­wis­sen­schaf­ten ste­hen für Bio­tech­no­lo­gie, Medi­zin­tech­nik und Gesund­heits­wirt­schaft, wäh­rend mit den grü­nen die Agrar- und Ernäh­rungs­wis­sen­schaf­ten gemeint sind. Auf Life Sci­en­ces als Stand­ort­stär­ke haben sich die regio­na­len Akteu­re in einem brei­ten Betei­li­gungs­pro­zess, ins­be­son­de­re in 2023, ver­stän­digt. Süd­nie­der­sach­sen ist mit sei­ner star­ken For­schungs­land­schaft sowie den mehr als 100 den Lebens­wis­sen­schaf­ten mit­tel- oder unmit­tel­bar zuzu­ord­nen­den Unter­neh­men der bedeu­tends­te Bal­lungs­raum für die Lebens­wis­sen­schaf­ten in Nie­der­sach­sen. Der Ent­schei­dung, Süd­nie­der­sach­sen dar­über zu posi­tio­nie­ren, muss jetzt zwin­gend die ein­hel­li­ge Bereit­schaft aller Akteu­re zu einer gemein­sa­men Anstren­gung fol­gen, damit wir Erfolg haben. Ziel für die kom­men­den Jah­re und Jahr­zehn­te ist es, über­re­gio­nal bis inter­na­tio­nal sicht­bar zu wer­den und sich von ande­ren Stand­or­ten im Kampf um die bes­ten Fach­kräf­te, Unter­neh­men, Start­ups und Inves­to­ren abzu­gren­zen. Göt­tin­gen und Süd­nie­der­sach­sen sind the Place to be, wenn es um Life Sci­en­ces an einem Stand­ort mit attrak­ti­ver Lebens­qua­li­tät geht.

Mit wel­chen Inhal­ten funk­tio­niert Stand­ort­mar­ke­ting, um Fach­kräf­te in die Regi­on zu holen?
Das ist ein brei­tes Feld, für dass es kei­ne Patent­lö­sung gibt. Men­schen, die nach Süd­nie­der­sach­sen kom­men, suchen neben einem inter­es­san­ten Arbeit­ge­ber attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen wie bezahl­ba­ren Wohn­raum, gute ÖPNV-Anbin­dun­gen, Betreu­ungs- und Bil­dungs­an­ge­bo­te für ihre Kin­der, eine viel­fäl­ti­ge Kunst- und Kul­tur­land­schaft und vie­les mehr. Um zwei Bei­spie­le zu nen­nen: Auf einer Ver­an­stal­tung in Nort­heim erleb­te ich einen Impuls­vor­trag von Ver­tre­tern der Heli­os-Kli­nik. Sie spra­chen dar­über, was es braucht, um aus­län­di­sche Pfle­ge­kräf­te an ihre Kli­nik zu holen. Da ging es zen­tral eben genau um die­sen bezahl­ba­ren Wohn­raum direkt in Nort­heim. Der ist auch dort eher knapp und selbst wenn es im länd­li­chen Umland ent­spre­chen­de Woh­nun­gen gibt, hapert es dann am ÖPNV, der den Weg zwi­schen Wohn­ort und Arbeits­platz für die Pfle­ge­kraft auch mor­gens um 6 Uhr oder abends um 22 Uhr abdeckt. Das heißt, hier ist Stand­ort­mar­ke­ting eigent­lich ein infra­struk­tu­rel­les The­ma.
Gleich­zei­tig braucht es natür­lich auch klas­si­sches Mar­ke­ting, um über­haupt sicht­bar und wahr­ge­nom­men zu wer­den. Des­halb haben wir gera­de gemein­sam mit unse­rer Agen­tur eine Text­kam­pa­gne ent­wi­ckelt, die wir Ende Juni star­ten. Sie greift die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in den USA im Umgang mit Wis­sen­schaft und For­schung auf. Unter dem Mot­to „Sci­en­tists wel­co­me!“ wer­ben wir mit Aus­sa­gen wie „Hig­her edu­ca­ti­on in Lower Sax­o­ny“ oder “Sei wer du bist, sag was du denkst, leb was du liebst“. Mit die­ser ers­ten Kam­pa­gne wol­len wir Süd­nie­der­sach­sens Posi­tio­nie­rung als Life Sci­ence-Stand­ort, an dem Wis­sen­schaft­ler will­kom­men sind und For­schung sich frei ent­fal­ten kann, in die Tat umset­zen und Akteu­re dazu moti­vie­ren, sich zu betei­li­gen. Unter­neh­men, Kom­mu­nen und die Hoch­schu­len mit ihren Stu­die­ren­den sol­len unse­re Kam­pa­gnen-Posts auf ihren Social Media-Kanä­len tei­len und liken. Ers­te Gesprä­che dazu habe ich bereits geführt und konn­te Unter­stüt­zungs­zu­sa­gen mit­neh­men. Dar­über kön­nen wir eine ers­te vira­le Reich­wei­te errei­chen. Und wir wer­den die Kam­pa­gne über­re­gio­nal mit Pres­se­mel­dun­gen an den Focus, Spie­gel und ande­re Medi­en lan­cie­ren und hof­fen natür­lich dar­auf, Auf­merk­sam­keit über die Regi­on hin­aus zu erzeu­gen.
Auf die­se Wei­se kön­nen wir mit rela­tiv wenig finan­zi­el­lem Auf­wand einen ers­ten Impuls set­zen und so eine ers­te Sicht­bar­keit nach innen und außen erzeu­gen, die wir in Zukunft brau­chen, um im bes­ten Fall alle in Süd­nie­der­sach­sen zu über­zeu­gen, sich gemein­sam mit uns auf den Weg zu machen.

Wie ist die Aus­gangs­si­tua­ti­on für die­se gemein­sa­men Anstren­gun­gen?
Vie­le der Kom­mu­nen Süd­nie­der­sach­sens sind in einer Haus­halts­si­che­rungs­la­ge und auch für die Wirt­schaft sind die Zei­ten schon län­ger schwie­rig. Man­che Unter­neh­men müs­sen Leu­te ent­las­sen. An den Hoch­schu­len sind die Stu­die­ren­den­zah­len rück­läu­fig und auch hier wird bald die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung in unse­rer Gesell­schaft zuschla­gen. Nach­voll­zieh­bar, dass da häu­fig eher Ein­zel­in­ter­es­sen im Fokus ste­hen. Des­halb sind wir als par­tei­po­li­tisch neu­tra­le Orga­ni­sa­ti­on bes­tens geeig­net, alle Akteu­re – von Holz­min­den bis Gos­lar – hin­ter dem Stand­ort­vor­teil der Life Sci­en­ces zu ver­ei­nen und die gemein­sa­me Iden­ti­tät nach drau­ßen zu tra­gen. Dazu braucht es mög­lichst vie­le Mul­ti­pli­ka­to­ren, die sich mit Ideen, Tat­kraft und natür­lich auch finan­zi­ell in die­ses gemein­sa­me Vor­ha­ben ein­brin­gen.
Sind Sie nach nun etwa fünf Mona­ten zuver­sicht­lich, dass die nöti­gen Mit­tel zusam­men­kom­men, um die Life Sci­en­ces für die Regi­on als Schwer­punkt zu plat­zie­ren?
Die Land­krei­se Göt­tin­gen und Nort­heim sowie die Stadt Göt­tin­gen sind finan­zi­ell in Vor­leis­tung gegan­gen und haben die inzwi­schen gegrün­de­te AISN Regio­nal­mar­ke­ting GmbH – eine Toch­ter der Stif­tung – auf zunächst zwei Jah­re mit einer Grund­fi­nan­zie­rung für ihr regio­na­les Man­dat aus­ge­stat­tet. Das ist wirk­lich groß­ar­tig und in der aktu­el­len Haus­halts­la­ge nicht selbst­ver­ständ­lich. Aus den Unter­neh­men wur­den noch kei­ne Mit­tel zur Ver­fü­gung gestellt. Doch nach den ca. 40 Gesprä­chen, die ich in den letz­ten vier Mona­ten geführt habe, bin ich zuver­sicht­lich, dass wir zwar nicht alle abho­len wer­den, sich am Ende aber eine Viel­zahl an Unter­neh­men hin­ter dem Enga­ge­ment für die Stand­ort­mar­ke ver­sam­meln und die Bemü­hun­gen finan­zi­ell unter­stüt­zen wer­den.

War­um zögert die Wirt­schaft bis­her?
Das liegt ver­mut­lich dar­an, dass der dama­li­ge Minis­ter­prä­si­dent Ste­fan Weil zwar im Rah­men sei­ner Fest­an­spra­che aus Anlass der 20-Jahr­fei­er der Stif­tung im letz­ten August in Nort­heim, Süd­nie­der­sach­sen als den Bal­lungs­raum für rote und grü­ne Life Sci­en­ces in Nie­der­sach­sen aner­kann­te, bis­her jedoch kaum öffent­lich wahr­nehm­ba­re Akti­vi­tä­ten, sicht­bar wur­den. Hin­zu kommt, dass sich die ent­spre­chen­den Akteu­re zunächst ein­mal intern orga­ni­sie­ren muss­ten. Und des­halb arbei­ten wir gemein­sam mit unse­rem Agen­tur­part­ner mit Hoch­druck dar­an, Stück für Stück das Roll­out für die Stand­ort­mar­ke zu erar­bei­ten, mit den Unter­neh­men Gesprä­che zu füh­ren und die finan­zi­el­len Mit­tel ein­zu­wer­ben.

Bezo­gen auf die Süd­nie­der­sach­sen­Stif­tung: Was steht jetzt an?
Die Gesprä­che, die ich mit Ver­tre­tern aus Unter­neh­men, kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen und Hoch­schu­len füh­ren konn­te und die Bezie­hun­gen, die ich auf­zu­bau­en begon­nen habe, sind die Grund­la­ge, um zu ver­ste­hen, wo die Bedar­fe lie­gen und wo der Schuh drückt. Die Stif­tung enga­giert sich ja für weit mehr als für das Stand­ort­mar­ke­ting. Für unse­re Pro­jek­te und Initia­ti­ven konn­ten wir allein im letz­ten Jahr mehr als zwei Mil­lio­nen Euro För­der­mit­tel aus Land, Bund und EU in die Regi­on holen. Mit den Gel­dern ver­net­zen wir bei­spiels­wei­se sehr erfolg­reich Unter­neh­men und Hoch­schu­len, um den Trans­fer wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se in die Pra­xis zu för­dern, rea­li­sie­ren Pro­jek­te für chan­cen­glei­che Bil­dungs­an­ge­bo­te, die Fach­kräf­te­ge­win­nung oder die Unter­stüt­zung von Unter­neh­men, sich als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber am Markt zu posi­tio­nie­ren.

Wo wer­den zukünf­tig die Schwer­punk­te lie­gen?
Ganz klar auf der Wirt­schaft. Die Wert­schöp­fungs­ket­te funk­tio­niert ganz ein­fach – geht es der Wirt­schaft gut, fließt mehr Geld an die Kom­mu­nen und die kön­nen dann wie­der mehr inves­tie­ren in Infra­struk­tur, in Kul­tur, in Kin­der­ta­ges­stät­ten, in Bil­dung und vie­les mehr. All das sorgt am Ende dafür, dass die Lebens­qua­li­tät steigt und es den Men­schen gut, an man­cher Stel­le viel­leicht sogar bes­ser geht. Und das hilft dann auch wie­der unse­rer regio­na­len Wirt­schaft.
Gemein­sam mit Prä­si­di­um und Vor­stand wer­den wir den Anfang des Jah­res begon­ne­nen Stra­te­gie­pro­zess abschlie­ßen und die Stif­tung zukünf­tig noch stär­ker fokus­sie­ren. Wenn wir die Wirt­schaft stär­ker in den Blick neh­men, muss es also dar­um gehen, Fach­kräf­te in die Regi­on zu holen und hier zu hal­ten. In der Aus- und Wei­ter­bil­dung wol­len wir Unter­neh­men auf­zei­gen, wie sie Men­schen qua­li­fi­zie­ren oder in den Arbeits­pro­zess zurück­ho­len. Das beinhal­tet auch, Kin­der und Jugend­li­che von der Kita bis zur Berufs­bil­dung so zu beglei­ten, dass sie ihr Poten­zi­al aus­schöp­fen kön­nen. Ins­be­son­de­re müs­sen wir schon früh MINT-Talen­te – also die­je­ni­gen, denen Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik lie­gen – iden­ti­fi­zie­ren und für die­se Fächer begeis­tern. Das wird wie­der­um unse­ren Life Sci­ence-Fokus stär­ken, denn genau die­se Arbeits­kräf­te wer­den Unter­neh­men in unse­rer Regi­on zukünf­tig brau­chen. Es gilt, zu die­sen The­men zukünf­tig unse­re Ange­bo­te noch stär­ker aus­zu­bau­en und die dafür not­wen­di­gen Netz­wer­ke zu inten­si­vie­ren.
Ein wei­te­rer Schwer­punkt resul­tiert dar­aus, dass immer noch zu wenig Men­schen wis­sen, was die Stif­tung eigent­lich genau macht und wel­che beson­de­re Rol­le sie für die Regi­on hat. Hier müs­sen wir an unse­rem Sto­rytel­ling arbei­ten und uns auf Kern­bot­schaf­ten fokus­sie­ren.

Was sagen Sie als Mar­ke­ting-Exper­tin? Wie wer­den Sie den Bekannt­heits­grad der Stif­tung stei­gern?
Wir brau­chen in der Tat eine Schär­fung unse­res Pro­fils und eine grö­ße­re Sicht­bar­keit. Jedem Team­mit­glied unse­rer Stif­tung und jedem Mit­glied unse­rer Gre­mi­en müs­sen wir eine kur­ze und prä­gnan­te Geschich­te an die Hand geben, um die Stif­tung im eige­nen beruf­li­chen und pri­va­ten Umfeld ver­ständ­lich vor­stel­len zu kön­nen und das bit­te frei nach dem Mot­to „Keep it short und simp­le“. Jeder, der mit der Stif­tung in Kon­takt kommt, ist für uns ein wert­vol­ler Mul­ti­pli­ka­tor. Nach drau­ßen erar­bei­ten wir gera­de ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept, in dem wir die indi­vi­du­el­len Mehr­wer­te aus­lo­ben, die wir den unter­schied­li­chen Stake­hol­dern bie­ten. Jeder unse­rer För­der­part­ner erhält seit die­sem Jahr außer­dem einen Jah­res­rück­blick über die gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten in den ver­gan­ge­nen 12 Mona­ten. Wir müs­sen unser Enga­ge­ment und unse­re ganz kon­kre­ten Erfol­ge für die Regi­on stär­ker ins Schau­fens­ter stel­len, dann wird es uns auch leich­ter fal­len, wei­te­re För­der­part­ner zu gewin­nen.

Ange­sichts der schwie­ri­gen Gesamt­si­tua­ti­on und der vie­len Her­aus­for­de­run­gen, wie zen­tral ist denn das The­ma Life Sci­ence gera­de für die Arbeit der Stif­tung?
Eins ist klar: Der Auf­trag der Stif­tung umfasst neben dem Stand­ort­mar­ke­ting für den Life Sci­ence-Stand­ort noch vie­le ande­re für die Regi­on enorm wich­ti­ge The­men. Dar­an ändert sich auch mit die­sem Auf­trag nichts! Um Süd­nie­der­sach­sen als Life-Sci­ence-Bal­lungs­raum vor­an­zu­brin­gen, haben wir des­halb Ende März eine Toch­ter­ge­sell­schaft gegrün­det: die AISN Regio­nal­mar­ke­ting GmbH. AISN steht dabei für „Alle in Süd­nie­der­sach­sen“. Und die­ser Cla­im ist Pro­gramm, soll hei­ßen – wir wol­len so vie­le Akteu­re wie mög­lich hin­ter dem gro­ßen gemein­sa­men Vor­ha­ben ver­sam­meln. Dafür wer­be ich lei­den­schaft­lich!

Was wün­schen Sie sich für Ihre Auf­ga­be und die Zukunft der Süd­nie­der­sach­sen­Stif­tung?
Mein Stif­tungs­team und ich wer­den wei­ter hart dar­an arbei­ten, den regio­na­len Akteu­ren ein star­ker Part­ner zu sein, der sie bei ihren viel­fäl­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen unter­stützt. Unse­re für die Regi­on ein­zig­ar­ti­ge Rol­le müs­sen wir kla­rer kom­mu­ni­zie­ren, um noch mehr Unter­neh­men dafür zu gewin­nen, sich mit uns gemein­sam für eine flo­rie­ren­de, erfolg­rei­che Regi­on zu enga­gie­ren. Dabei wer­de ich mich suk­zes­si­ve auch der an mich adres­sier­ten Rol­le anneh­men, die regio­na­len Inter­es­sen auch Rich­tung Lan­des­re­gie­rung zu ver­tre­ten. Ich freue mich auf alles, was da kommt!

Clau­dia Wei­temey­er
Die 1966 in der Nähe von Leip­zig gebo­re­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­exper­tin arbei­te­te zunächst vie­le Jah­re in einer Düs­sel­dor­fer Wer­be­agen­tur, in den letz­ten zwei Jah­ren dort als Mit­glied der erwei­ter­ten Geschäfts­füh­rung. Spä­ter lei­te­te sie in Düs­sel­dorf für zwei Jah­re die Toch­ter­ge­sell­schaft einer inter­na­tio­na­len Mes­se- und Event­ge­sell­schaft. In Göt­tin­gen ange­kom­men, grün­de­te sie gemein­sam mit ihrer Geschäfts­part­ne­rin Rena­te Kol­le die Wer­be- und Event-Agen­tur Mam­ba Kom­mu­ni­ka­ti­on, arbei­tet spä­ter für die Agen­tur Black­bit und ver­ant­wor­te­te schließ­lich zehn Jah­re lang als Pres­se­spre­che­rin die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on der Göt­tin­ger Stadt­wer­ke. Zum 1. Janu­ar 2025 über­nahm sie als Geschäfts­füh­ren­de Vor­stands­vor­sit­zen­de die Lei­tung der Süd­nie­der­sach­sen­Stif­tung und damit auch den Auf­trag, für die Regi­on das Stand­ort­mar­ke­ting als her­aus­ra­gen­des Kom­pe­tenz­zen­trum und Bal­lungs­raum für rote und grü­ne Life Sci­en­ces in Nie­der­sach­sen umzu­set­zen.

Life Sci­ence Val­ley Nie­der­sach­sen?
Nach­dem der ehe­ma­li­ge nie­der­säch­si­sche Minis­ter­prä­si­dent im ver­gan­ge­nen Jahr das Life Sci­ence Val­ley Nie­der­sach­sen aus­rief, geht es für die regio­na­len Akteu­re nun dar­um, die Wahr­neh­mung des Life Sci­ence-Schwer­punkts in Süd­nie­der­sach­sen zu ver­ste­ti­gen. Dazu Clau­dia Wei­temey­er: „Wir haben hier über 100 Unter­neh­men, zum Teil DAX-Kon­zer­ne, die mit­tel- oder unmit­tel­bar den roten und grü­nen Life Sci­en­ces zuzu­ord­nen sind. Jeder fünf­te Arbeits­platz in der Regi­on gehört dazu. Des­halb ist unser Anspruch als Vor­rei­ter klar. Gleich­zei­tig geht es bei die­sem The­ma dar­um, For­schungs­er­geb­nis­se aus den Hoch­schu­len und außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen in die soge­nann­te Trans­la­ti­on zu füh­ren, also über Aus­grün­dun­gen in die wirt­schaft­li­che Anwen­dung zu brin­gen, damit sie für Mensch und Umwelt nutz­bar wer­den. Und natür­lich koope­rie­ren wir aus Süd­nie­der­sach­sen her­aus mit so star­ken For­schungs­part­nern wie u.a. der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le in Han­no­ver oder dem Helm­holtz-Insti­tut in Braun­schweig. Wir müs­sen unse­ren süd­nie­der­säch­si­schen Vor­sprung lan­des­weit ein­brin­gen.“

Fit­ness und Fami­lie
Aktu­ell hat Clau­dia Wei­temey­er wenig Frei­zeit. „Als Aus­gleich zu mei­ner her­aus­for­dern­den, zeit­lich auf­wän­di­gen Auf­ga­be trai­nie­re ich mög­lichst drei­mal pro Woche mor­gens um sechs, ein­mal wöchent­lich las­se ich mich von einem Per­so­nal Trai­ner aus­po­wern“, erklärt sie. „Dar­über hin­aus bleibt aktu­ell nicht viel Zeit für Pri­va­tes. Das war mir für den Ein­stieg in die­se gro­ße Auf­ga­be abso­lut klar, darf aber in die­ser Inten­si­tät nicht dau­er­haft so wei­ter gehen. Mei­ne Fami­lie und Freun­de sind mir sehr wich­tig und dafür muss suk­zes­si­ve wie­der mehr Zeit sein.

Moti­ve aus der „Sci­en­tists welcome!“-Kampagne
Mit die­ser Kam­pa­gne soll Süd­nie­der­sach­sen über­re­gio­nal als Wis­sen­schafts­stand­ort bewor­ben wer­den – denn Frei­heit für For­schung und Wis­sen­schaft ist bei uns selbst­ver­ständ­lich.