Steigende Patientenzahlen, ärztliche Kompetenz, eine moderne Infrastruktur und wachsende Mitarbeiterzahlen: Der Erfolg der Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim liegt nicht zuletzt an ihrem engagierten Führungsteam.
Text: Ulrich Drees | Fotos: Helios, Ulrich Drees
Als Grund- und Regelversorger steht die Helios-Klinik Northeim für medizinische Qualität, Verantwortung für die Region und eine klare Zukunftsorientierung. Deren Fokus liegt dabei stets darauf, die deutlich angewachsene Zahl von Patientinnen und Patienten quer durch alle Fachbereiche von moderner Medizin und hoher fachlicher Kompetenz profitieren zu lassen. Auf dieser Grundlage entwickelte sich das Haus in den letzten Jahren zum größten Anbieter des Landkreises. Getragen wird diese Entwicklung maßgeblich von einem engagierten und vielfältigen Team, das vor allem durch einen deutlichen Ausbau im Bereich der Pflegekräfte heute rund 550 Mitarbeitende umfasst. Das strategische Wachstum spiegelt sich nicht allein in positiven wirtschaftlichen Zahlen wider, sondern ebenso im Arbeitsalltag, der von einem starken und familiären Miteinander geprägt wird. Wie die Mitarbeitenden der Helios-Klinik Northeim all dies aktiv gestalten und kontinuierlich weiterentwickeln, zeigt sich beispielhaft in Interviews mit verschiedenen Mitgliedern des Leitungsteams.
Michelle Kühn
Klinikgeschäftsführerin
„Was dieses Haus besonders macht, ist neben der fachlichen Qualität vor allem auch die Zusammenarbeit im Team. Mir ist wichtig, gemeinsam mit dem Leitungsteam klare Ziele in wirtschaftlicher Verantwortung zu verfolgen und ein Umfeld zu schaffen, in dem Medizin, Pflege und Organisation im besten Sinne unserer Patientinnen und Patienten sowie unserer Mitarbeitenden zusammenwirken.“
Dr. med. Jasmin Said
Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe
Frau Said, was hat Ihre Arbeit geprägt, seit Sie vor ca. einem Jahr die Leitung des Fachbereichs übernommen haben?
Im Fokus stand insbesondere die Versorgung von Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen. Neben dem Aufbau einer spezialisierten Brustsprechstunde konnten wir gleichzeitig Diagnostik und Therapie konsequent weiterentwickeln. Heute ermöglichen wir unseren Patientinnen in enger Zusammenarbeit mit Onkologie, Strahlentherapie und Radiologie eine moderne, ganzheitliche und interdisziplinäre Behandlung von Brusterkrankungen und Brustkrebs – an einem Ort, zeitnah, kompetent und wohnortnah. Ein Angebot, das wir in den kommenden Jahren weiter stärken und ausbauen möchten. Trotz bundesweit rückläufiger Geburtenzahlen blicken wir in der Geburtshilfe auf ein erfreuliches Jahr zurück, denn wir durften 2025 mehr Geburten begleiten als im Vorjahr. Stets stellt unsere frauen- und familienorientierte Geburtshilfe dabei Sicherheit, individuelle Betreuung und einfühlsame Begleitung in den Mittelpunkt.
Ist es etwas Besonderes, als Ärztin in Ihrem Fachbereich zu arbeiten?
Definitiv. Als Frau und Mutter von zwei Kindern weiß ich, wie prägend, sensibel und manchmal auch herausfordernd die unterschiedlichen Lebensphasen einer Frau sein können. Umso wichtiger ist es mir, Patientinnen auch menschlich auf Augenhöhe zu begleiten, sie ernst zu nehmen und empathisch und kompetent zu unterstützen.
Sie sind 2002 mit Ihren Eltern aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Was hat Ihre berufliche Entwicklung bis heute geprägt?
Schon als Kind wusste ich, dass ich Ärztin werden möchte. Auf dem Weg dahin waren die Integration in ein neues Land, das Erlernen der Sprache und der Spagat zwischen Familie und Beruf Erfahrungen, die mir Durchhaltevermögen, Empathie und Organisationstalent geschenkt haben – Fähigkeiten, die mir heute sowohl fachlich als auch in der einfühlsamen Begleitung meiner Patientinnen zugutekommen.
Susanne Grünert
Pflegerische Leitung Zentrale Notaufnahme (ZNA)
Frau Grünert, seit Sie 2022 Ihre Leitungsfunktion in der ZNA übernommen haben, konnten Sie das Qualitätsniveau dieser zentralen Schnittstelle des Klinikalltags beständig weiter ausbauen. Worin sehen Sie Ihren Erfolg begründet?
Als pflegerische Leitung bin ich für die Organisation, Struktur und Qualität der pflegerischen Arbeit verantwortlich. Das umfasst die Dienstplanung, die Führung und Entwicklung der Mitarbeitenden sowie die Sicherstellung rechtlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bin ich auch durchgehend selbst in der direkten Patientenversorgung tätig. Weil ich die Anforderungen der ZNA täglich hautnah erlebe, kann ich auf Augenhöhe mit meinem Team Prozesse entwickeln, überprüfen und etablieren, die unseren Arbeitsalltag erleichtern und eine sichere, effiziente Patientenversorgung ermöglichen. Dass uns das immer wieder erfolgreich gelingt, liegt für mich im guten, familiären Miteinander unseres Teams, das ich selbst zusammenstellen konnte.
Von außen betrachtet erscheint die ZNA einer Klinik als besonders schwieriges Arbeitsfeld. Wie wirkt sich das auf Ihre Arbeit aus?
Weil wir hier oft innerhalb kürzester Zeit wichtige und sogar lebenswichtige Entscheidungen treffen müssen, ist unsere Arbeit gleichermaßen anspruchsvoll und sinnstiftend. Treffen beispielsweise viele Patienten gleichzeitig ein, führt das zu Wartezeiten für oft verunsicherte oder emotional belastete Patientinnen, Patienten und Angehörige. Da ist ein hohes Maß an Professionalität und Fingerspitzengefühl gefragt. Für mich ist es deshalb besonders wichtig, Ruhe und Struktur zu bewahren, klare Abläufe zu schaffen und mein Team zu unterstützen. Schnelle, besonnene und fachlich richtige Entscheidungen sind in der ZNA unerlässlich, um kritische Situationen zu entschärfen und lebensbedrohliche Verläufe abzuwenden. Diese Verantwortung prägt meine tägliche Arbeit und meinen Führungsstil – immer mit dem Ziel, das Beste für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende zu gewährleisten.
Prof. Dr. med. Wolfgang Schillinger
Ärztlicher Direktor, Chefarzt Kardiologie, Intensivmedizin und Pneumologie
Herr Schillinger, gibt es etwas, das Ihre Arbeit in besonderem Maße prägte, seit Sie vor zehn Jahren von der Universitätsmedizin Göttingen zur Helios-Klinik Northeim wechselten?
Da mein Arbeitgeber von Beginn an die Weiterentwicklung der Kardiologie als zentrale Strategie für diese Klinik definiert hatte, bin ich rückblickend stolz darauf, vieles davon mit dem Ausbau des Herzinfarkt-Netzwerks im Landkreis Northeim, dem Aufbau einer Elektrophysiologie und der Etablierung der Kardiologie als medizinischem Schwerpunkt der Klinik erfolgreich umgesetzt zu haben. Inzwischen profitieren die Menschen in unserem Einsatzgebiet spürbar von unserem hochspezialisierten, wohnortnahen kardiologischen Angebot.
Sie sind Ärztlicher Direktor der Klinik, Chefarzt mehrerer Fachabteilungen und medizinischer Spezialist – wie koordinieren Sie all diese Aufgaben?
Meine Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin ist die größte Abteilung der Helios-Klinik Northeim. Etwa jeder vierte bis fünfte Patient wird dort von mir und meinem Team behandelt. Selbstverständlich bin ich nicht überall persönlich eingebunden, doch ich habe über die Jahre einen Mitarbeiterstamm aus fachlich hervorragend ausgebildeten und hoch motivierten Kolleginnen und Kollegen aufgebaut, die ausgezeichnete Arbeit leisten. Dass ich die Doppelbelastung als Chefarzt und Ärztlicher Direktor bislang gut bewältigen konnte, führe ich unter anderem darauf zurück, dass ich strategisch darauf achte, dass die Mitglieder meines Teams in der Region verwurzelt sind und hier ihre langfristige berufliche Perspektive sehen. Der Entwicklung der Fallzahlen und den Rückmeldungen aus Patientenbefragungen zufolge war dieser Weg offenbar auch erfolgreich.
Sie haben sich darüber hinaus als Vorreiter bei der minimalinvasiven MitraClip-Therapie für Patienten mit Herzinsuffizienz etabliert.
Bereits in meiner Zeit als Leiter des Herzkatheterlabors und als leitender Oberarzt der Universitätsmedizin Göttingen faszinierten mich die Vorteile dieser Therapie, die mithilfe des Herzkatheters schonende und vergleichsweise risikoarme Eingriffe an erkrankten Herzklappen erlaubt. Dank einer beispielhaften Kooperation mit der Universitätsmedizin Göttingen konnte ich die MitraClip-Therapie dann auch hier in Northeim etablieren. Dass jetzt unter anderem dank einer von der UMG gesponserten und von mir geleiteten großen multizentrischen Studie ein prognostischer Nutzen der MitraClip-Therapie für Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche gezeigt werden konnte und dies zur Anpassung internationaler Leitlinien beigetragen hat, macht mich stolz.
Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim
Albert-Schweitzer-Weg 1
37154 Northeim
Telefon: 0 55 51 / 97-14 01
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