Prof. Dr. Ulrich Johannes Krause, Neuer Direktor der Abteilung für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG
Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen ist ein zentraler Schwerpunkt der Kinderkardiologie an der UMG. Unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Johannes Krause setzt die Abteilung verstärkt auf innovative Verfahren und Forschung.
Text: Kristin Schild | Fotos: UMG
Prof. Dr. Ulrich Johannes Krause ist seit dem 1. Dezember 2025 Direktor der Abteilung für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Thomas Paul an. Der Mediziner ist der Klinik seit vielen Jahren verbunden: Nach seinem Studium in Gießen und wissenschaftlicher Arbeit in der Neurophysiologie kam er 2003 nach Göttingen. Hier spezialisierte er sich auf die Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen bei Kindern und Jugendlichen – ein Bereich, der heute zu den zentralen Schwerpunkten der Abteilung zählt.
Einige Kinder werden mit einer sogenannten Tachykardie, einer schnellen Herzrhythmusstörung geboren. Eine bewährte Therapie ist in diesen Fällen die Katheterablation. Dabei wird die Stelle im Herzen gezielt verödet, die die Rhythmusstörung verursacht. „Bei über 95 Prozent der Kinder können wir die Rhythmusstörung damit dauerhaft beseitigen“, sagt Prof. Dr. Krause. Die Katheter werden über die Leiste ins Herz geführt, um elektrische Signale zu messen und die verantwortliche Stelle genau zu lokalisieren. Die Komplikationsrate dieses Verfahrens liegt unter 0,5 Prozent.
Bei dieser Verödung kommen bislang vor allem Hochfrequenzstrom (Wärme) oder die Kryoablation (Kälte) zum Einsatz. Seit einigen Jahren rückt jedoch eine dritte Energieform in den Fokus: die Elektroporation, auch Pulsed Field Ablation (PFA). Das Verfahren stammt ursprünglich aus der Behandlung von Vorhofflimmern. Dabei erzeugen kurze elektrische Impulse winzige Poren in den Zellen des Herzgewebes, das verödet werden soll. Das Verfahren gilt als besonders gewebeschonend, weil umliegende Strukturen weitgehend unbeeinflusst bleiben. „Wir wenden die Elektroporation bei unseren erwachsenen EMAH-Patientinnen und -Patienten bereits an“, sagt Prof. Dr. Krause. EMAH steht für „Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern“. Für Kinder hingegen ist noch Forschungsarbeit nötig. In Göttingen wird daher derzeit untersucht, wie sich die Methode auf kindliches Herzmuskelgewebe auswirkt.
Auch bei Herzschrittmachern und Defibrillatoren arbeitet die Abteilung an neuen Lösungen für junge Patientinnen und Patienten, denn viele Geräte wurden ursprünglich für Erwachsene entwickelt und müssen für Kinder angepasst werden.
An der UMG forscht man aktuell beispielsweise gezielt an dem Einsatz von sondenlosen Herzschrittmachern bei Kindern.
Doch neben Kindern fokussiert man sich auch auf die Versorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern, die sogenannte EMAH-Kardiologie ist deshalb ebenfalls ein wichtiger Schwerpunkt der Abteilung. Dank medizinischer Fortschritte erreichen heute die meisten betroffenen Kinder das Erwachsenenalter, wodurch der Bedarf an spezialisierter Betreuung weiter wächst. Die UMG gehört zu den wichtigsten Zentren in Deutschland, die sowohl Kinder als auch Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern langfristig betreuen.
Mit eben dieser Verbindung aus klinischer Erfahrung, Forschung und technischer Innovation will Prof. Dr. Krause die Kinderkardiologie in Göttingen weiter stärken. Das Zentrum gilt bereits heute in mehreren Bereichen als wichtiger Ansprechpartner für andere Kliniken und das soll laut dem neuen Abteilungsdirektor auch in Zukunft so bleiben.
Universitätsmedizin Göttingen
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