Prof. Dr. Veit Roh­de, Direk­tor der Kli­nik für Neu­ro­chir­ur­gie; Prof. Dr. Lukas Wei­ser, Lei­ten­der Ober­arzt und Lei­ter der Wirbel­säulenchirurgie an der Kli­nik für Unfall­chir­ur­gie, Ortho­pä­die und Plas­ti­sche Chir­ur­gie; Dr. Chris­toph Bet­tag, Ober­arzt der Kli­nik für Neu­ro­chir­ur­gie; Prof. Dr. Wolf­gang Leh­mann, Direk­tor der Kli­nik für Unfall­chir­ur­gie, Ortho­pä­die und Plas­ti­sche Chir­ur­gie

Das Wir­bel­säu­len­zen­trum der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen (UMG) ist erneut als Zen­trum der Maxi­mal­ver­sor­gung zer­ti­fi­ziert wor­den. Damit gehört es zu nur zwei Ein­rich­tun­gen die­ser höchs­ten Ver­sor­gungs­stu­fe in Nie­der­sach­sen.

Text: Kris­tin Schild | Fotos: UMG / Mar­tin Wilmsmei­er

Mit einer hoch­ka­rä­ti­gen Aus­zeich­nung unter­streicht das Wir­bel­säu­len­zen­trum der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen (UMG) sei­ne Rol­le als eine der füh­ren­den Adres­sen für Wir­bel­säu­len­me­di­zin in Deutsch­land: Die Deut­sche Wir­bel­säu­len­ge­sell­schaft (DWG) hat das Zen­trum in die­sem Jahr erneut geprüft und bestä­tigt, dass es wei­ter­hin die anspruchs­volls­ten Kri­te­ri­en für ein Zen­trum der Maxi­mal­ver­sor­gung erfüllt. Damit ist es eines von nur zwei Zen­tren die­ser höchs­ten Ver­sor­gungs­stu­fe in Nie­der­sach­sen – ein Signal für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, Zuwei­ser und Fach­öf­fent­lich­keit glei­cher­ma­ßen.
Ein Zen­trum der Maxi­mal­ver­sor­gung erfüllt anspruchs­vol­le Anfor­de­run­gen über ein brei­tes Spek­trum von hohen Fall­zah­len, all­um­fas­sen­de Qua­li­fi­ka­ti­on des ärzt­li­chen Per­so­nals, moder­ne Aus­stat­tung, enge inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit, eine struk­tu­rier­te Fort und Wei­ter­bil­dung bis hin zu For­schung und Leh­re im Bereich der Wir­bel­säu­len­chir­ur­gie. Im Re Audit wur­de nicht nur die ope­ra­ti­ve Kom­pe­tenz bewer­tet, son­dern auch das Umfeld des Zen­trums – von Not­auf­nah­me und Neu­ro­ra­dio­lo­gie über Anäs­the­sie, Inten­siv­me­di­zin, Phy­sio­the­ra­pie und Schmerz­the­ra­pie bis zur Nach­sor­ge.
„Wir kön­nen sämt­li­che Krank­heits­bil­der der Wir­bel­säu­le und des Rücken­marks bei uns im Haus behan­deln. In allen Teil­be­rei­chen wei­sen wir hohe Fall­zah­len auf und hal­ten hohe Stan­dards ein“, sagt Prof. Dr. Wolf­gang Leh­mann, Direk­tor der Kli­nik für Unfall­chir­ur­gie, Ortho­pä­die und Plas­ti­sche Chir­ur­gie der UMG, der gemein­sam mit Prof. Dr. Veit Roh­de, Direk­tor der Kli­nik für Neu­ro­chir­ur­gie, das Zen­trum lei­tet, die­ser ergänzt: „Die hohe Ver­sor­gungs­qua­li­tät ist ein enor­mer Mehr­wert für unse­re Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten – weit über die Regi­on hin­aus.“

Qua­li­tät, die man zählt – und spürt >>> Fast 1.000 wir­bel­säu­len­chir­ur­gi­sche Ein­grif­fe pro Jahr zeigt, mit wel­chem Tem­po und wel­cher Brei­te das Zen­trum arbei­tet. Vie­le die­ser Fäl­le sind kom­plex und ope­ra­tiv anspruchs­voll – vom klas­si­schen Band­schei­ben­vor­fall über trau­ma­ti­sche Ver­let­zun­gen bis zu aus­ge­präg­ten Fehl­stel­lun­gen. Die Teams brin­gen ihr Wis­sen aus den Berei­chen Unfall­chir­ur­gie, Ortho­pä­die, Neu­ro­chir­ur­gie und plas­ti­scher Chir­ur­gie zusam­men und schaf­fen so eine star­ke, inte­grier­te Ver­sor­gung für ihre Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten.
Einer die­ser Fäl­le macht die Bedeu­tung der Exper­ti­se greif­bar: Der 49 jäh­ri­ge Tho­mas H. aus Har­degsen kam mit einer seit über 30 Jah­ren fort­schrei­ten­den Rund­rü­cken­bil­dung auf­grund von Mor­bus Bech­te­rew ins Zen­trum. Sei­ne Hal­tung war so stark nach vor­ne geneigt, dass er kaum auf­recht gehen konn­te. Nach einer auf­wen­di­gen Ope­ra­ti­on durch Prof. Dr. Lukas Wei­ser, Lei­ten­der Ober­arzt und Lei­ter der Wir­bel­säu­len­chir­ur­gie, und sei­nem Team konn­te sei­ne Wir­bel­säu­le kor­ri­giert und sta­bi­li­siert wer­den.
„In einer etwa zehn­stün­di­gen Ope­ra­ti­on wur­den zunächst Pedi­kel­schrau­ben in acht Wir­bel­kör­per ein­ge­bracht. Anschlie­ßend muss­te die Wir­bel­säu­le auf zwei Eta­gen voll­stän­dig durch­trennt wer­den, um die Stel­lung kor­ri­gie­ren zu kön­nen“, erklärt Prof. Wei­ser und beschreibt die tech­ni­sche Prä­zi­si­on hin­ter dem Ein­griff. Dabei kam auch ein Navi­ga­ti­ons­sys­tem zum Ein­satz, das die mil­li­me­ter­ge­naue Plat­zie­rung der Implan­ta­te unter­stütz­te.
Beson­ders wich­tig bei sol­chen Ein­grif­fen ist die Sicher­heit des Rücken­marks: „Wäh­rend einer sol­chen Ope­ra­ti­on mes­sen wir per­ma­nent die Ner­ven­strö­me, um bei Unstim­mig­kei­ten sofort reagie­ren zu kön­nen. Die ein­wand­freie Funk­ti­on des Rücken­marks unse­rer Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten hat obers­te Prio­ri­tät“, erläu­tert Dr. Chris­toph Bet­tag, Ober­arzt der Kli­nik für Neu­ro­chir­ur­gie, der eben­falls an der OP betei­ligt war.
Für Tho­mas H. war das Ergeb­nis ein Quan­ten­sprung in Lebens­qua­li­tät: Bereits elf Tage nach der Ope­ra­ti­on wur­de er aus der Kli­nik ent­las­sen – und steht heu­te wie­der auf­recht.

Ein Ver­spre­chen für die Zukunft >>> Das erneu­te Zer­ti­fi­kat ist mehr als eine Aus­zeich­nung – es ist ein Ver­trau­ens­be­weis für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, Zuwei­ser und das Team vor Ort. Die Kom­bi­na­ti­on aus uni­ver­si­tä­rer For­schung, inter­dis­zi­pli­nä­rer Zusam­men­ar­beit und ope­ra­ti­ver Exzel­lenz macht das Göt­tin­ger Wir­bel­säu­len­zen­trum zu einem Zen­trum, das weit über Süd­nie­der­sach­sen hin­aus wahr­ge­nom­men wird.
„Wir freu­en uns, dass wir trotz der hohen Anfor­de­run­gen der DWG die Zer­ti­fi­zie­rung erneut erhal­ten haben“, sagt Prof. Roh­de und betont, wie wich­tig auch die kon­ti­nu­ier­li­che Über­prü­fung und Wei­ter­ent­wick­lung ist, um lang­fris­tig auf dem höchs­ten Niveau ver­sor­gen zu kön­nen.
Mit die­ser Bestä­ti­gung und den beein­dru­cken­den Pati­en­ten­er­fol­gen bleibt das Wir­bel­säu­len­zen­trum der UMG ein Leucht­turm moder­ner Wir­bel­säu­len­me­di­zin – für die­je­ni­gen, die beweg­li­cher, schmerz­frei­er und mit neu­er Per­spek­ti­ve in ihren All­tag zurück­keh­ren möch­ten.

Über das Zen­trum >>> Das Wir­bel­säu­len­zen­trum der UMG ist seit 2021 eine gemein­sa­me Ein­rich­tung der Kli­nik für Unfall­chir­ur­gie, Ortho­pä­die und Plas­ti­sche Chir­ur­gie sowie der Kli­nik für Neu­ro­chir­ur­gie und behan­delt sämt­li­che ange­bo­re­ne, ver­schleiß­be­ding­te oder unfall­be­ding­te Erkran­kun­gen und Ver­let­zun­gen der Wir­bel­säu­le auf höchs­tem Niveau. Zum Ein­satz kom­men sowohl kon­ven­tio­nel­le als auch mini­mal­in­va­si­ve Ver­fah­ren, ergänzt durch moder­ne 3D Navi­ga­ti­on und intra­ope­ra­ti­ves Neu­ro­mo­ni­to­ring zur Sicher­heit der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Die inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit und die umfas­sen­de Dia­gnos­tik sor­gen dafür, dass jede Behand­lung indi­vi­du­ell geplant und beglei­tet wird, von kon­ser­va­ti­ven The­ra­pien bis zu kom­ple­xen ope­ra­ti­ven Ein­grif­fen.

Prof. Dr. Lukas Wei­ser, Dr. Chris­toph Bet­tag

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