Mit einem Neu­bau auf den Ziet­en­ter­ras­sen in Göt­tin­gen erwei­tern die Göt­tin­ger Werk­stät­ten ihr Wohn- und Unterstützungs­angebot für Men­schen mit Behin­de­rung.

Text: GÖWE | Fotos: GÖWE, Mir­ko Plha

Nach rund 15 Mona­ten Bau­zeit wur­de das neue Gebäu­de auf den Ziet­en­ter­ras­sen nun offi­zi­ell im Dezem­ber 2025 ein­ge­weiht. Zahl­rei­che Gäs­te aus Poli­tik und Ver­wal­tung nah­men an der Eröff­nung teil und wür­dig­ten das Pro­jekt als wich­ti­gen Bei­trag für mehr Teil­ha­be und Inklu­si­on.
Zu den Gäs­ten gehör­te auch Andre­as Phil­ip­pi, Sozi­al­mi­nis­ter des Lan­des Nie­der­sach­sen. In sei­nem Gruß­wort beton­te er die gesell­schaft­li­che Bedeu­tung sol­cher Vor­ha­ben. Es gehe dabei nicht allein um die Bereit­stel­lung von Wohn­raum, son­dern dar­um, Men­schen mit Behin­de­rung eine selbst­ver­ständ­li­che Teil­ha­be am gesell­schaft­li­chen Leben zu ermög­li­chen. Auch Petra Broi­stedt, Ober­bür­ger­meis­te­rin von Göt­tin­gen, sowie die Geis­ma­rer Orts­bür­ger­meis­te­rin Lei­la Mor­gen­roth hoben her­vor, wie wich­tig ent­spre­chen­de Ange­bo­te für eine inklu­si­ve Stadt­ge­sell­schaft sei­en.
Der Neu­bau schafft vor allem neue Per­spek­ti­ven für Men­schen, die vie­le Jah­re in den Werk­stät­ten tätig waren und inzwi­schen das Ren­ten­al­ter erreicht haben. In den bei­den obe­ren Eta­gen des bar­rie­re­frei gestal­te­ten Gebäu­des ste­hen ins­ge­samt zehn Wohn­plät­ze zur Ver­fü­gung. Das Ange­bot rich­tet sich gezielt an ehe­ma­li­ge Beschäf­tig­te der Werk­stät­ten, die auch nach dem Aus­schei­den aus dem Arbeits­le­ben von einer fes­ten Tages­struk­tur, unter­stüt­zen­den Ange­bo­ten und einem gemein­schaft­li­chen Umfeld pro­fi­tie­ren sol­len.
Im Erd­ge­schoss befin­det sich zudem eine neu ein­ge­rich­te­te Tages­stät­te. Dort wer­den künf­tig ver­schie­de­ne tages­struk­tu­rie­ren­de Ange­bo­te bereit­ge­stellt, an denen bis zu 16 Men­schen teil­neh­men kön­nen. Die Ein­rich­tung soll Mög­lich­kei­ten zur Beschäf­ti­gung, Begeg­nung und indi­vi­du­el­len För­de­rung schaf­fen und damit den All­tag der Teil­neh­men­den aktiv unter­stüt­zen.
Auch öko­lo­gi­sche Aspek­te spiel­ten bei der Pla­nung und Umset­zung des Pro­jekts eine wich­ti­ge Rol­le. Das Gebäu­de wur­de in moder­ner Holz­stän­der­bau­wei­se errich­tet und nach dem Nach­hal­tig­keits­stan­dard QNG+ zer­ti­fi­ziert. Die Wär­me­ver­sor­gung erfolgt über das Fern­wär­me­netz der Stadt­wer­ke Göt­tin­gen und ermög­licht damit eine umwelt­freund­li­che sowie ener­gie­ef­fi­zi­en­te Behei­zung.
Die Fer­tig­stel­lung des Gebäu­des stellt für die Ver­ant­wort­li­chen der Wohn­ein­rich­tung einen wich­ti­gen Mei­len­stein dar. Andre­as Süd­beck-Buja­ra, der die Wohn­ein­rich­tung seit vie­len Jah­ren lei­tet und maß­geb­lich an der Pla­nung betei­ligt war, beton­te, dass sich die Göt­tin­ger Werk­stät­ten bereits seit län­ge­rem mit der Fra­ge beschäf­tigt hät­ten, wie ein pas­sen­des Wohn­an­ge­bot für älte­re Men­schen mit Behin­de­rung gestal­tet wer­den kann. Umso erfreu­li­cher sei es, dass zum Zeit­punkt der Eröff­nung bereits die ers­ten Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner in das neue Haus ein­ge­zo­gen sind.
Der Bau stell­te alle Betei­lig­ten jedoch auch vor beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen, da die Arbei­ten wäh­rend des lau­fen­den Betriebs der bestehen­den Wohn­ein­rich­tung statt­fan­den. Trotz der damit ver­bun­de­nen Belas­tun­gen gelang es dem Team, den All­tag der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner wei­ter­hin gut zu beglei­ten.
Die Wohn­ein­rich­tung auf den Ziet­en­ter­ras­sen besteht bereits seit vie­len Jah­ren. Rund 40 Men­schen mit kogni­ti­ven Beein­träch­ti­gun­gen leben dort der­zeit in meh­re­ren Wohn­ge­mein­schaf­ten. Jede Bewoh­ne­rin und jeder Bewoh­ner ver­fügt über ein eige­nes Zim­mer, wäh­rend Küchen- und Wohn­be­rei­che gemein­sam genutzt wer­den. Außen­an­la­gen wie Gar­ten­flä­chen und Ter­ras­sen ergän­zen das Wohn­um­feld und bie­ten Raum für Begeg­nung und Frei­zeit.
Mit dem neu­en Gebäu­de wird die­ses Ange­bot nun sinn­voll ergänzt. Für die Göt­tin­ger Werk­stät­ten ist der Erwei­te­rungs­bau ein wei­te­rer Schritt, um Men­schen mit Behin­de­rung in unter­schied­li­chen Lebens­pha­sen pas­sen­de Wohn- und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te zu bie­ten und ihnen ein mög­lichst selbst­be­stimm­tes Leben zu ermög­li­chen.

Olaf Stapel

Olaf Sta­pel

Geschäfts­füh­rer

„Wir sind stolz dar­auf, dass wir das Ange­bot an spe­zi­fi­schen Wohn­plät­zen in der Stadt Göt­tin­gen erwei­tern und gleich­zei­tig ein neu­es tages­struk­tu­rie­ren­des Leis­tungs­an­ge­bot schaf­fen.“

Göt­tin­ger Werk­stät­ten gemein­nüt­zi­ge GmbH
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