Florian Reinhold führt seit 2011 in zweiter Generation das Familienunternehmen R+ MediTransport und denkt dabei weit über den Krankentransport hinaus. Im Interview gibt er einen Einblick über Wachstum, Digitalisierung und die Frage, was einen guten Arbeitgeber ausmacht.
Interview: Kristin Schild | Fotos: R+ Gruppe
Herr Reinhold, die R+ Gruppe hat sich zu einem breit aufgestellten Gesundheitsdienstleister entwickelt. Was waren die entscheidenden Stationen auf diesem Weg?
Den Grundstein hat die Übernahme des lokalen Taxibetriebes durch meine Eltern im Jahr 1982 gebildet – ohne diese Entscheidung wären alle weiteren Entwicklungen unmöglich gewesen. Schon in den ersten 20 Jahren lag der Fokus auf Wachstum und Weiterentwicklung, entscheidend war dabei die Aufnahme der qualifizierten Krankentransporte im Jahr 1992, die mit dem neuen Rettungsdienstgesetz in Niedersachsen möglich wurden. Für mich persönlich waren weitere prägende Stationen die Entwicklung der Marke „R+ MediTransport“ ab 2011 und die Neugestaltung unserer Unternehmensstruktur in 2014, die ein konsequentes Wachstum erst ermöglichte. Darauf folgten die Eröffnung des Standorts im Landkreis Northeim, die Übernahme der KBH Krankenbeförderung in Hannover und die Zusammenarbeit mit dem MTN Fahrdienst in Hildesheim und Sehnde – zunächst als Joint Venture, heute als gemeinsamer Unternehmensverbund. So haben wir uns von rund 30 Mitarbeitenden im Jahr 2011 auf heute rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sechs Standorten in Niedersachsen entwickelt.
Sie haben die Marke R+ maßgeblich mitentwickelt. Was ist heute der Kern Ihres Geschäftsmodells – und welche Rolle spielen das Franchise-Modell und Ihre Standorte dabei?
Der Kern unserer Gruppe ist und bleibt die Beförderung erkrankter Menschen. Unsere Aufgabe ist es, den medizinischen Bedarf der Menschen mit den vorhandenen Angeboten zu verbinden. Gleichzeitig wächst der Anteil unserer digitalen Dienstleistungen stetig, und Innovation ist fest in unserer DNA verankert. Das spiegelt sich auch in unseren Umsatzanteilen wider. Für die klassische Patientenbeförderung brauchen wir jedoch weiterhin Standorte vor Ort, nah am Menschen. Das Franchise-Modell ist fester Bestandteil unserer Vision – wir wollen es schrittweise zum Leben erwecken, dabei aber aus eigener Kraft wachsen und uns sowie unsere Mitarbeitenden nicht übernehmen.
Ihr Unternehmen wurde mehrfach als moderner Arbeitgeber ausgezeichnet. Was macht die R+ Gruppe zu einem attraktiven Arbeitgeber?
Die beste Antwort hierfür ist unser Leitbild, das eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitenden aller Standorte entwickelt hat, ohne meine Beteiligung. Das ist, glaube ich, auch einer der Gründe dafür, dass es funktioniert: Wir versuchen Transparenz hochzuhalten und unsere Menschen aktiv zu beteiligen. Dazu gehört für uns auch, dass jeder die Möglichkeit bekommt, persönlich zu wachsen – nicht nur fachlich. Wir alle verbringen viel Zeit im Beruf, und der Fokus unserer Arbeit liegt stets auf dem Wohl anderer Menschen. Da soll uns viel daran liegen, dass wir ein gutes Miteinander haben.
Welche strategischen Ziele verfolgen Sie für die R+ Gruppe?
Der Fokus liegt klar auf digital unterstützenden Angeboten. Zu unserem Verbund gehört seit einigen Jahren auch ein Softwareunternehmen, und bereits heute erzielen wir 15 Prozent unseres Jahresumsatzes mit digitalen Dienstleistungen außerhalb der klassischen Patientenbeförderung. Digitalisierung hilft uns, Beförderungen effizienter zu gestalten und die Versorgung zu verbessern – von der Telemedizin bis zum gezielten Matching von freien Behandlungskapazitäten und Transportoptionen mit den Bedarfen der Patienten. Der Anspruch bleibt dabei immer gleich: verlässlicher Partner im Gesundheitswesen zu sein – für die Menschen, die uns brauchen.
Florian Reinhold, Geschäftsführer
R+ i.conomy GmbH
Herzberger Landstraße 6
37434 Gieboldehausen
Telefon: 0 55 28 / 20 192-33
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